AWMF trauert um ihren Präsidenten Professor Dr. med. Rolf Kreienberg

  • 12. Mai 2021
  • Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) Professor Dr. med. Rolf Kreienberg ist im Alter von 74 Jahren völlig unerwartet verstorben. Erst am Samstag war er von der Delegiertenkonferenz der AWMF in seinem Amt bestätigt worden. Das Präsidium, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie alle Gremien und Fachgesellschaften der AWMF trauern um ihren Präsidenten, der dieses Amt seit 2015 innehatte.

Am 10. Mai 2021 ist der Präsident der AWMF, Professor Dr. med. Rolf Kreienberg aus Mainz, im Alter von 74 völlig unerwartet verstorben. Kreienberg war seit 2015 Präsident der AWMF. Die Mitglieder der AWMF-Delegiertenkonferenz bestätigten ihn erst am vergangenen Wochenende erneut in seinem Amt, umso überraschender kam sein Tod. Die ebenfalls am 8. Mai neu gewählten stellvertretenden Präsidenten der AWMF, Professor Dr. med. Rolf-Detlef Treede und Professor Dr. med. Dr. med. dent. Henning Schliephake, werden die Amtsgeschäfte nun vorübergehend übernehmen. Rolf Kreienberg engagierte sich in den vergangenen sechs Jahren in herausragender Weise für die Weiterentwicklung der AMWF. 2012 wurde er zum Präsidiumsmitglied gewählt, war Vorsitzender der Leitlinienkommission und seit 2015 Präsident der AMWF. In dieser Zeit hat er im Sinne der wissenschaftlichen Medizin viele Zukunftsthemen vorangetrieben. So setzte sich die AWMF während seiner Präsidentschaft beispielsweise dafür ein, dass die Wissenschaft in der ärztlichen Ausbildung einen höheren Stellenwert erhält. Darüber hinaus hat Professor Kreienberg gemeinsam mit dem AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement (AWMF-IMWi) die Digitalisierung des Leitlinienwissens in Deutschland angestoßen. Kreienbergs Leben stand im Zeichen von Medizin und Wissenschaft. Er studierte Humanmedizin in Mainz und Wien. 1975 begann er seine Facharztweiterbildung im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universitätsfrauenklinik Mainz, 1981 erhielt er seine Facharzt-Anerkennung. Zwei Jahre später folgte seine Habilitation für das Fach Frauenheilkunde und Geburtshilfe. 1984 erfolgte die Ernennung zum leitenden Oberarzt und Personaloberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Mainz. Anschließend war er ein Jahr kommissarisch als geschäftsführender Leiter der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Universität Mainz tätig. Von 1992 bis 2012 war er Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren die Gynäkologische Onkologie sowie Operationsverfahren oder die Chemo- und Hormontherapie bei Mammakarzinom und gynäkologischen Tumoren. Außerdem befasste er sich mit der Immun- und Gentherapie. Neben seinem Engagement in der AWMF hatte Kreienberg vielfältige Funktionen in anderen Fachgesellschaften inne. Von 2000 bis 2002 war er Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), von 2008 bis 2010 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Kreienberg gehörte zahlreichen Beratungsgremien an, seit 2011 war er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, seit 2013 Mitglied in dessen Vorstand. Die Verantwortlichen der AWMF und aller ihrer Mitgliedsgesellschaften sind bestürzt über den plötzlichen Tod von Professor Kreienberg. Ihr Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Tochter.

<< Erste < Vorherige Page 1 Page 2 Nächste > Letzte >>