Leitlinien-Detailansicht

Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie

Registernummer nvl - 005
Klassifikation S3

Stand: 16.11.2015 , gültig bis 15.11.2020

4.11.2016: redaktionell überarbeitete Langfassung und Report ausgetauscht; 17.05.2016: redaktionell überarbeitete Langfassung und Report ausgetauscht

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie "
Patientenleitlinie "Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie "
Leitlinienreport

Federführende Fachgesellschaft

NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie "
    Patientenleitlinie "Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie "
    Leitlinienreport

    Federführende Fachgesellschaft

    NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Der Geltungsbereich dieser Leitlinie bezieht sich auf unipolare depressive Störungen, d. h. depressive Episo­den (F32), rezidivierende depressive Störungen (F33), anhaltende affektive Störungen (hier nur: Dysthymie, F34.1), sonstige affektive Störungen (hier nur: rezidivierende kurze depressive Störung, F38.1) und zyklusassoziierte depressive Störungen (hier nur: Depressionen in der Peripartalzeit, prämenstruelle dys-phorische Störung und Depressionen in der Perimenopause), jeweils ab einem Behandlungsalter von 18 Jah­ren. Die Empfehlungen der Leitlinie richten sich an:

    ·    alle Berufsgruppen, die mit der Erkennung, Diagnostik und Behandlung von Patienten mit unipolarer Depressi­on befasst sind: Hausärzte (Fachärzte für Allgemeinmedizin bzw. hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Me­dizin, praktische Ärzte), Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Nervenheilkunde, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ärzte mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie und Psycho­analyse, Psychologische Psychotherapeuten, behandlungsergänzende Fachberufe (z. B. Gesundheitsfachbe­rufe wie Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, Ergotherapeuten und Sozialarbeiter/Sozialpädagogen);

    ·    Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychiater (sofern eine Behandlung vor dem 19. Lebensjahr begonnen wurde) zur Orientierung und Harmonisierung der Transition; die vorliegende NVL adressiert Depression im Kinder- und Jugendalter explizit nicht, dazu gibt es eine eigene S3-Leitlinie, AWMF Reg.Nr.028 – 043.

    ·       Fachkrankenhäuser und Fachabteilungen für Psychiatrie, Psychotherapie, Akut- und Rehabilitationskliniken für psychosomatische Medizin sowie andere Rehabilitationseinrichtungen;

    ·       an unipolaren depressiven Störungen erkrankte Erwachsene und deren Angehörige;

    ·       Entscheidungsträger im Gesundheitswesen;

    ·       die Öffentlichkeit zur Information über evidenzbasierte diagnostische/therapeutische Vorgehensweisen.

    Darüber hinaus richtet sie sich zusätzlich auch an:

    ·       die Vertragsverantwortlichen von „Strukturierten Behandlungsprogrammen“ und „Integrierten Versorgungsver­trägen“ sowie

    ·       die medizinischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften und andere Herausgeber von Leitlinien, deren Leitli­nien ihrerseits die Grundlage für NVL bilden.Bei dieser Leitlinie handelt es sich – ebenso wie bei jeder anderen medizinischen Leitlinie – explizit nicht um eine Richtlinie im Sinne einer Regelung des Handelns oder Unterlassens, die von einer rechtlich legitimierten Instituti­on konsentiert, schriftlich fixiert und veröffentlicht wurde, für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich ist und deren Nichtbeachtung definierte Sanktionen nach sich zieht [3, 4].Eine Leitlinie wird erst dann wirksam, wenn ihre Empfehlungen bei der individuellen Patientenversorgung Berück­sichtigung finden. Sie muss vor ihrer Verwendung bei einem individuellen Behandlungsfall hinsichtlich ihrer An­wendbarkeit auf regionaler oder lokaler Ebene überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Entscheidung darüber, ob einer bestimmten Empfehlung gefolgt werden soll, muss unter Berücksichtigung der beim individuellen Patienten vorliegenden Gegebenheiten und der verfügbaren Ressourcen getroffen werden [3, 4].

    Patientenzielgruppe

    ab einem Behandlungsalter von 18 Jah­ren

    Versorgungsbereich

    - ambulante, stationäre und rehabilitative Versorgung

    - Diagnostik, Therapie, Versorgungskoordination

    - primärärztliche und spezialisierte Versorgung

  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
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    AWMF Arbeitsgem. der Wiss. Medizin. Fachgesellschaften
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    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
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    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
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    Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)
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    Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DÄVT)
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    Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP)
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    Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) e.V.
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Bundesärztekammer, BÄK
    Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
    Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BApK)/Familien-Selbsthilfe Psychiatrie
    Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
    Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
    Arbeitskreis der Chefärztinnen und Chefärzte von Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland, ACKPA
    Bundesdirektorenkonferenz Psychiatrischer Krankenhäuser BDK
    Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)
    Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM)
    Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)
    Berufsverband deutscher Psychiater (BVDP)
    Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp)
    Chefarztkonferenz psychosomatisch-psychotherapeutischer Krankenhäuser und Abteilungen
    Deutsche Fachgesellschaft für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (DFT)
    Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
    Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG)
    Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV)
    Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPTV)
    Deutscher Fachverband für Verhaltenstherapie e. V.
    Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V. (GwG)
    Stiftung Deutsche Depressionshilfe

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    ÄZQ – Redaktion Nationale VersorgungsLeitlinien TiergartenTower, Straße des 17. Juni 106-108
    10623 Berlin Tel.: 030 / 4005 2508 Fax.: 030 / 4005 2555 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Dr. Martin Härter
  • Inhalte
    Versorgungsbereich:

    ambulante, stationäre, rehabilitative Versorgung

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Depressive Störungen gehören zu den häufigsten Beratungsanlässen und Erkrankungen in der Versorgung [1]. Die Erforschung der Behandlungsmöglichkeiten hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht, dennoch bestehen in allen Bereichen der Versorgung von Patienten mit Depression Optimierungspotenziale, ins­besondere hinsichtlich einer abgestuften und vernetzten Versorgung zwischen haus-, fachärztlicher und psycho­therapeutischer Behandlung sowie der Indikationsstellung für ambulante und stationäre Behandlungsmaßnahmen und deren Abstimmung. Auf Seiten der behandelnden Akteure und der Patienten bestehen nicht selten Vorbehal­te gegenüber evidenzbasierten Therapieverfahren, wie Pharmako- oder Psychotherapie, die eine adäquate und suffiziente Behandlung erschweren [2]. Konkret sollen mit der Revision der S3-Leitlinie/Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression folgende Ziele angestrebt werden:

    ·    die Erkennung, Diagnostik und Behandlung von Depressionen in Deutschland zu verbessern;

    ·    Schlüsselempfehlungen zu prioritären Versorgungsproblemen zwischen allen an der Versorgung beteiligten Gruppen unter Einbeziehung von Patienten- und Angehörigenvertretern abzustimmen, darzulegen und zu im­plementieren;

    ·    die Empfehlungen entsprechend dem besten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse unter Berücksichti­gung der Kriterien der Evidenzbasierten Medizin zu formulieren und zu aktualisieren;

    ·    durch Einbeziehung aller an der Versorgung beteiligten Professionen, Organisationen und Patienten sowie dem darauf beruhenden umfassenden Konsens eine effektive Verbreitung und Umsetzung der Empfehlungen zu ermöglichen;

    ·    die Versorgungsabläufe für depressive Erkrankungen über die verschiedenen Bereiche darzustellen, die dabei entstehenden Entscheidungssituationen zu benennen und das jeweilige Vorgehen der Wahl zu definieren;

    ·    spezifische Empfehlungen hinsichtlich der Abstimmung und Koordination der Versorgung aller beteiligten Fachdisziplinen und weiteren Fachberufe im Gesundheitswesen zu geben;

    ·    Besonderheiten des deutschen Gesundheitswesens zu identifizieren und darin begründete Prozessempfeh­lungen unter Berücksichtigung internationaler Literatur zu formulieren;

    ·    Barrieren der Umsetzung der Leitlinien-Empfehlungen zu identifizieren und Lösungswege aufzuzeigen;

    ·    auf die systematische Berücksichtigung der im Rahmen des Programms erstellten Empfehlungen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und in Qualitätsmanagementsystemen hinzuwirken.