Leitlinien-Detailansicht

Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz

Registernummer 091 - 001
Klassifikation S3

Stand: 12.06.2012 , gültig bis 11.06.2017

13.04.2016: Gültigkeit der Leitlinie nach Überprüfung durch das Leitliniensekretariat verlängert bis 11.06.2017

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz"
Langfassung der Leitlinie "Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz"
Leitlinienreport
Interessenkonflikt-Erklärungen
Arbeitshilfe "Dokumentation"

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V.
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz"
    Langfassung der Leitlinie "Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz"
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    Interessenkonflikt-Erklärungen
    Arbeitshilfe "Dokumentation"

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V.
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die Empfehlungen der Leitlinie richten sich an alle Personen und Berufsgruppen, welche an der Versorgung und/oder Behandlung von Patienten mit chronischen Wunden beteiligt oder an Entscheidungen in Bezug auf diese Patienten beteiligt sind. In diesen Kreis fallen sowohl Ärzte aller Fachdisziplinen, die in der ambulanten und stationären Krankenversorgung chronische Wunden behandeln, als auch Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, welches im Rahmen seiner Tätigkeit mit der Wunddokumentation, der Behandlung und/oder der Beratung von Menschen mit chronischen Wunden beschäftigt ist. Hierunter fallen Pflegekräfte, die entweder im ambulanten, im akut-stationären Bereich oder in der stationären Langzeitpflege arbeiten. Weitere Adressaten sind beteiligte Berufsgruppen, welche im Rahmen ihrer Tätigkeit innerhalb der Versorgungskette oder an den Schnittstellen der Versorgungsebenen Patienten mit chronischen Wunden beraten, betreuen oder behandeln. Hierunter fallen unter anderem Gesundheitsberufe wie beispielsweise Medizinische Fachangestellte (MFA), Physiotherapeuten, Lymph- bzw. Ödemtherapeuten oder Podologen. Ebenso zum Adressatenkreis dieser Leitlinie zählen die Patienten selbst und sie beratende, betreuende oder pflegende Personen (Dependenzpflege). Im weiteren Sinne soll diese Leitlinie auch als Informationsquelle für Gesundheitsorganisationen (z. B. Krankenkassen, Medizinischer Dienst der Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungsträger) dienen. Letztlich dient die vorliegende Leitlinie zur Information der Öffentlichkeit über evidenz- und konsensbasierte „Best Practice“ der wundspezifischen Diagnostik und Lokaltherapie. Sie soll Entscheidungsträgern von Versorgungsprogrammen sowie auch Herstellern von Patienteninformationen zur Orientierung dienen und Hilfestellungen geben. Die Leitlinie soll als best-verfügbares Diagnostik- und Therapieprinzip breit umgesetzt werden und Grundlage evidenzbasierter Entscheidungsfindung für medizinisches Fachpersonal und Patienten sein.

    Patientenzielgruppe

    Die Leitlinie bezieht sich auf Patienten mit chronischen Wunden jeglichen Heilungsstadiums, welchem eine der folgenden Erkrankungen zugrunde liegt: • „Diabetes mellitus“ • „chronische venöse Insuffizienz“ • „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ Patienten mit Dekubitus, anderen chronischen Wunden oder akuten Wunden gehören nicht zur Zielgruppe dieser Leitlinie.

    Versorgungsbereich

    Patienten, im ambulanten und stationären Versorgungsbereich, die an chronischen Wunden mit besonderen Risiken leiden. Primär Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz , wie z. B. Ulcera crurum venosum, mixtum, arteriosum, diabetischem Fußsyndrom, pAVK. Sekundär auch Patienten mit lymphologisch, immunologisch neuropathisch oder cancerogen bedingten Wunden sowie sekundär heilenden postoperativen Wunden. 
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V.
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
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    Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA)
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    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
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    Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
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    Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
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    Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (DNEbM)
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    Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V.(DGGG)
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    Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)
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    Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP)
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    Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. (GTÜM)
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    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP)
    Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Brigitte Nink-Grebe Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V
    Glaubrechtsstraße 7
    35392 Giessen e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Marion Burckhardt
    Brigitte Nink-Grebe
    Dr. Robert Wolf
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Es gibt derzeit in Deutschland keine umfassende evidenz- und konsensbasierte Handlungsempfehlung mit Behandlungsalgorithmus für alle beteiligten Disziplinen und Professionen, die an der Lokalbehandlung des venösen, arteriellen und diabetischen Fußulcus beteiligt sind. Diese erscheint jedoch notwendig, um die Versorgungssituation von Menschen mit chronischen Wunden/Wundheilungsstörungen nachhaltig zu verbessern und die Ressourcen im Gesundheitssystem zielgerichtet einzusetzen. Daten zur qualitativen Versorgung chronischer Wunden sind selten (1). Die Ersteller dieser Leitlinie gehen davon aus, dass die Basisprinzipien der lokalen Wundtherapie nicht durchgehend in allen Versorgungsebenen bekannt und umgesetzt sind, was zu Brüchen in der Versorgung von betroffenen Patienten führen könnte. Im März 2010 erfolgte eine einfache Problem- und Zielsammlung mit anschließender Clusterung durch die Autoren der Leitlinie. Diese Problempunkte wurden anschließend mit Patienten und Patientenvertretern abgeglichen. Obwohl nicht alle diese Punkte (z. B. die Definition von Verantwortungsbereichen) in die Zielsetzung übernommen und im Rahmen der Leitlinienentwicklung bearbeitet werden konnten, sind die ermittelten Problembereiche an dieser Stelle vollständig abgebildet: · Über-, Unter- als auch Fehlversorgung bei der Behandlung. · Die Basisprinzipien der lokalen Wundtherapie sind nicht durchgehend in allen Versorgungsebenen bekannt und umgesetzt. · Viele Begriffe sind nicht verbindlich definiert. · Die Kommunikation zwischen den Disziplinen und Berufsgruppen ist erschwert. · Die Durchführung von Audits zu Wundheilung und Wundbehandlung ist erschwert, die Grundlage dafür fehlt. · Die Wundversorgung wird als sehr variabel empfunden. · Versorgungsbrüche entstehen durch mangelnde transsektorale Verzahnung und ungenügende interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit. · Ein berufsgruppenübergreifender Behandlungsalgorithmus fehlt. · Schnittstellen, Aufgabenbereiche und Kompetenzen innerhalb der Versorgungskette sind nicht ausreichend definiert. · Es bedarf dazu verbindlich definierter Verantwortungsbereiche. · Aufgrund der fehlenden „integrierten Versorgung“ erfahren die Patienten keine durchgehend fachgerechte und kompetente Versorgung über alle Versorgungsebenen hinweg.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Ziel der Leitlinie ist die Darstellung eines auf Evidenz und Konsens basierenden Behandlungsalgorithmus auf der Grundlage von Empfehlungen zur Optimierung der Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Diagnosen periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diabetes mellitus (DM) oder chronische venöse Insuffizienz (CVI) für alle an der Wundbehandlung beteiligten Berufsgruppen. · Die Leitlinie soll damit die unterschiedlichen Herangehensweisen und Wissensstände der jeweiligen Berufsgruppen evidenz- und konsensbasiert vereinen und ein Basiskonzept für die Wundbehandlung anbieten. · Die Leitlinie klärt Definitionen und Begriffe (Nomenklatur), um die Kommunikation zwischen den Versorgungsebenen unmissverständlich sicherzustellen. · Die Leitlinie ist Grundlage zur Informations- und Wissensvermittlung aller beteiligten Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Sie ist zudem Grundlage für die Entwicklung von Curricula und Wissensvermittlung in Qualifizierungsmaßnahmen für den Bereich Wundheilung und Wundbehandlung. · Auf der Grundlage der Leitlinienempfehlung werden Qualitätsziele und Messgrößen vorgeschlagen, die zur Überprüfung der Auswirkung der Leitlinie auf die Versorgungsqualität dienen sollen. Diese Messgrößen sollten auch im Rahmen von Pilotprojekten auf ihre Eignung zur externen vergleichenden Qualitätssicherung, z. B. Audit- und Benchmarkingprojekte, und für das interne Qualitätsmanagement geprüft werden. · Die Leitlinie soll als Grundlage von Informationen und Wissensvermittlung für Patienten, Angehörige und Selbsthilfegruppen dienen. Die ursprüngliche Ergänzung zum Ziel, dass sich der Behandlungsalgorithmus an der stadiengerechten Lokaltherapie und an adjuvanten Maßnahmen bis zum Wundverschluss orientieren solle, wurde nicht umgesetzt. Dies lag darin begründet, dass keine Literatur zur Wirkung der Interventionen in verschiedenen Heilungsstadien ermittelt werden konnte und adjuvante Maßnahmen wie z. B. Ernährung und Schmerz derzeit in anderen Leitlinienprojekten bearbeitet werden. Ein Kapitel zu lymphologischen Begleitmaßnahmen befindet sich noch im Entwicklungsprozess und wird im Rahmen eines Aktualisierungsverfahrens zur Leitlinie nachgereicht.