Leitlinien-Detailansicht

Tabakkonsum (Rauchen), abhängiger und schädlicher: Screening, Diagnostik und Behandlung

Registernummer 076 - 006
Klassifikation S3

Stand: 31.07.2014 , gültig bis 30.07.2019

09.02.2016: Kurzfassung eingestellt; 11.02.2015: redaktionell überarbeitete Langfassung und Report ausgetauscht

Verfügbare Dokumente

Kurzfassung der Leitlinie "Tabakkonsum (Rauchen), abhängiger und schädlicher: Screening, Diagnostik und Behandlung "
Langfassung der Leitlinie "Tabakkonsum (Rauchen), abhängiger und schädlicher: Screening, Diagnostik und Behandlung "
Leitlinienreport
Evidenzbericht
Sonderkapitel

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
Visitenkarte
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Tabakkonsum (Rauchen), abhängiger und schädlicher: Screening, Diagnostik und Behandlung "
    Langfassung der Leitlinie "Tabakkonsum (Rauchen), abhängiger und schädlicher: Screening, Diagnostik und Behandlung "
    Leitlinienreport
    Evidenzbericht
    Sonderkapitel

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Die vorliegende Leitlinie soll als Entscheidungsgrundlage bzw. Handlungshilfe für folgenden Personenkreis dienen:
    • Erwachsene Menschen, die Tabakprodukte konsumieren, insbesondere bei bestehendem schädlichen Gebrauch oder einer Tabakabhängigkeit, spezifische
    Patientengruppen mit besonderen Bedürfnissen (Kinder und Jugendliche, Frauen  und Schwangere, ältere Menschen), Betroffene mit komorbiden somatischen und
    psychischen Begleit- und Folgeerkrankungen.
    • Professionell Tätige (wie Psychiater, ärztliche Psychotherapeuten und Allgemeinärzte, psychologische Psychotherapeuten und andere Psychologen, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Pflegepersonal, Ergotherapeuten, Personal in anderen Einrichtungen, gesetzliche Betreuer und andere, die im Hilfesystem tätig sind).
    • Andere Personen und Entscheidungsträger im Gesundheits- und Sozialsystem, die Unterstützungsleistungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen anbieten oder organisieren

    Patientenzielgruppe

    Da die Ziele der Leitlinie umfassend sind, richten sich ihre Empfehlungen an eine breite Zielgruppe. Die Leitlinie richtet sich primär an erwachsene Raucherinnen und Raucher (im Alter von 18 bis 65 Jahren). Ergänzend wurden Empfehlungen für Patienten mit besonderen Bedürfnissen erarbeitet: Kinder- und Jugendliche (bis zum Alter von 17 Jahren), Frauen und Schwangere, ältere Menschen sowie Betroffene mit somatischen und psychischen Begleitoder Folgeerkrankungen. Diese Zielgruppen werden in der Versorgung oft nicht adäquat berücksichtigt.

    Versorgungsbereich

    Raucherinnen und Raucher sollen möglichst frühzeitig auf ihren gesundheitlich riskanten Lebensstil angesprochen und hinsichtlich einer möglichen Tabakabhängigkeit untersucht werden. Deshalb bezieht die Leitlinie ein breites Spektrum an Settings und Versorgungsbereichen ein. Screenings, Motivierungs- und Frühinterventionsmaßnahmen können beispielsweise in der medizinischen Grundversorgung (Allgemeinarztpraxen, Allgemeinkrankenhäusern und Notfallambulanzen) sowie in den Bereichen Arbeitsplatz oder Ausbildung (Schulen, Universitäten) eingesetzt werden. Darüber hinaus existiert ein differenziertes Versorgungssystem für tabakabhängige Menschen mit einer Vielzahl von Angeboten.
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie e. V. (DGBP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Arbeitskreis der Chefärztinnen und Chefärzte von Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland, ACKPA
    Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP)
    Aktion Psychisch Kranke (APK)
    Bundesärztekammer, BÄK
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)
    Bayerische Akademie für Suchtfragen (BAS)
    Bundesdirektorenkonferenz Verband leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie e. V. (BDK)
    Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)
    Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss)
    Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)
    Berufsverband deutscher Psychiater (BVDP)
    Deutscher Berufsverband der Chefärztinnen und Chefärzte von Suchtfachkliniken (DBCS)
    Deutsche Gesellschaft für Nikotin- und Tabakforschung e.V. (DGNT)
    Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
    Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG SAS)
    Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung (DG-Sucht)
    Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. (DGS)
    Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. (dg sps)
    Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS)
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
    Deutsche Rentenversicherung Bund
    Diakonische Selbsthilfe (Blaues Kreuz in Deutschland, Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche und Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe)
    Fachverband Sucht e.V. (FVS)
    Guttempler in Deutschland
    Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) e.V.
    Norddeutscher Suchtforschungsverband (NSF)
    Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP)
    Österreichische Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (ÖGPP)
    Schweizer Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP)
    Schweizer Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM)
    Stiftung für Biomedizinische Alkoholforschung
    Tübinger Förderverein für abstinente Alkoholkranke e.V.(TÜF)
    Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V., (VDBW)
    Wissenschaftlicher Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V.,

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. Eva Hoch Lehrstuhl für Suchtmedizin, Universität Heidelberg
    Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)
    Quadrant J5
    68159 Heidelberg e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. Karl Mann Lehrstuhl für Suchtmedizin, Universität Heidelberg
    Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)
    Quadrant J5
    68159 Heidelberg e-Mail senden
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Der Drogen- und Suchtbericht 2014 beschreibt das Rauchen weiterhin als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland mit geschätzten 110.000 darauf unmittelbar zurückzuführenden Todesfällen pro Jahr (S.23). Mehr als die Hälfte der regelmäßigen Raucherinnen und Raucher stirbt vorzeitig, davon etwa die Hälfte bereits im mittleren Lebensalter.
    Daher sei ein vorrangiges Anliegen der Gesundheitspolitik, den Tabakkonsum bei Frauen und Männern in allen Altersgruppen deutlich zu verringern.
    Für entwöhnungswillige Raucherinnen und Raucher stehen zahlreiche Entwöhnungsangebote zur Verfügung. Nicht nur ausgewiesene Suchtexperten, sondern auch Mediziner, Psychologen, Pädagogen und manche aus anderen Disziplinen ohne spezifische Qualifikation für die Behandlung von  Abhängigkeitserkrankungen, engagieren sich in der Entwicklung, Vermittlung und Durchführung von Entwöhnungsstrategien für Raucher (Leitlinie Tabakentwöhnung 2004). Allerdings entbehren viele der auf dem Markt befindlichen Raucherentwöhnungsverfahren einer soliden wissenschaftlichen Grundlage oder einer klaren theoretischen Fundierung. Es wird daher eine Leitlinie benötigt, die eine Differenzierung zwischen Behandlungsansätzen ermöglicht und dadurch den Weg zu einer erhöhten Behandlungsqualität weisen kann, so dass das Ziel der verringerten Tabakkonsumentenzahl in Deutschland wirksam unterstützt wird.
    Mit der vorliegenden Leitlinie wurde – gemeinsam mit der Leitlinie zur Behandlung alkoholbezogener Störungen - erstmals in Deutschland die höchste Entwicklungsstufe einer evidenz- und konsensbasierten Leitlinie zur Behandlung einer Suchterkrankung erreicht. Die erarbeiteten und konsentierten Empfehlungen basieren auf einer systematischen Literaturrecherche. Zur Verabschiedung der Handlungsempfehlungen wurde ein formales Konsensverfahren gewählt.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Das Ziel dieser S3-Leitlinie ist es, eine systematisch entwickelte Entscheidungsgrundlage für alle behandelnden und betreuenden Berufsgruppen, Betroffenen und deren Angehörige zu schaffen. Die Leitlinie umfasst aktuelle, evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen zum Screening, der Diagnostik, der Behandlung und der Versorgungsorganisation. Die Leitlinie dient auch zur Information von Erkrankten und ihren Angehörigen. Durch die Empfehlungen soll die Qualität der Behandlung und Betreuung von Erkrankten und Angehörigen verbessert werden. Die Anwendung wirksamer und hilfreicher Verfahren soll gestärkt werden. Gleichzeitig werden bei einzelnen Verfahren bei Hinweisen auf fehlende Wirksamkeit oder bei negativer Kosten-Nutzen-Abwägung Empfehlungen gegen eine Anwendung gegeben. Die Leitlinie stellt jedoch keine verbindlichen Regeln im Sinne von Richtlinien auf. Die Behandlung eines Patienten ist immer ein individueller Prozess, bei dem die Behandelnden
    den Rahmen der Leitlinie als Grundlage nehmen, aber die Schritte in Diagnostik und Therapie an den einzelnen Betroffenen ausrichten sollen.

    Schlüsselwörter:

    Rauchen, Tabak, Tabakkonsum, Nikotin, Sucht