Leitlinien-Detailansicht

Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis

Registernummer 053 - 046
Klassifikation S2k

Stand: 01.06.2016 , gültig bis 31.07.2020

Gründe für die Themenwahl:

Das Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) wird als zentraler Marker für Schilddrüsen-funktionsstörungen häufig laborchemisch bestimmt. Die TSH-Wertbestimmungen erfolgen ambulant oder auch stationär einerseits bei symptombedingtem Verdacht auf eine Schilddrü-senerkrankung, andererseits aber auch bei Routine-Laborbestimmungen. Allein in der ambu­lanten hausärztlichen Versorgung erfolgte im Jahr 2012 bei 24,7% der Patienten (repräsentati­ve Stichprobe von Versicherten einer großen deutschen Krankenkasse in Baden-Württemberg) mindestens eine TSH-Wertbestimmung (unveröffentlichte eigene Daten). In der Folge der TSH-Wertbestimmungen ergeben sich häufig Hausarzt-Patienten-Kontakte mit dem Bera­tungsanlass „erhöhtes TSH“ und der Notwendigkeit weiterführender diagnostischer und the­rapeutischer Entscheidungen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die hausärztlich tätigen Ärzte sollen sensibilisiert werden für:

  • eine kritische Bewertung erhöhter TSH-Werte unter Beachtung unterschiedlicher TSH-Referenzbereiche und der hohen interindividuellen Variabilität von TSH-Werten, 
  • eine kontrollierte individuell angepasste Therapie, unter Abwägen von Nutzen und Risiken für den Patienten (Wohlbefinden, Nebenwirkungen, Risiko für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen), 
  • eine Vermeidung von Übertherapie durch Verringerung unnötiger Thyroxintherapien auch nach OP sowie Vermeidung von Kombinationstherapien (Jod mit Thyroxin, T3 mit T4), 
  • ein frühzeitiges Erkennen, Eingreifen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit („Schnittstellen“) bei Komplikationen und abwendbar gefährlichen Verläufen, 
  • eine Entängstigung der Patienten im latenten Krankheitsstadium auch durch die Ver­meidung einer zu frühen Pathologisierung.

  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Kurzfassung der Leitlinie "Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis"
    Langfassung der Leitlinie "Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis"
    Patientenleitlinie "Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis"
    Interessenkonflikt-Erklärungen

    Verbindung zu themenverwandten Leitlinien

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Diese Leitlinie soll hausärztlich tätigen Ärzten Handlungsempfehlungen geben, welche diag­nostischen und therapeutischen Vorgehensweisen bei erwachsenen Patienten mit erhöhten TSH-Werten eingeleitet werden sollten.

    Patientenzielgruppe

    erwachsene Patienten 

    Versorgungsbereich

    Ärzte mit hausärztlichem Versorgungsauftrag 
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)
    Visitenkarte

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Dr. med. Anne Barzel DEGAM-Geschäftsstelle Leitlinien
    c/o Institut für Allgemeinmedizin
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    Martinistraße 52
    20246 Hamburg Tel.: +49 (0)40 7410-59769 Fax.: +49 (0)40 7410-53681 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. Antje Bergmann

    Leitlinienkoordination:

    Dr. med. Klaus-Heinrich Bründel

    Leitlinienkoordination:

    Jeannine Schübel
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Das Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) wird als zentraler Marker für Schilddrüsen-funktionsstörungen häufig laborchemisch bestimmt. Die TSH-Wertbestimmungen erfolgen ambulant oder auch stationär einerseits bei symptombedingtem Verdacht auf eine Schilddrü-senerkrankung, andererseits aber auch bei Routine-Laborbestimmungen. Allein in der ambu­lanten hausärztlichen Versorgung erfolgte im Jahr 2012 bei 24,7% der Patienten (repräsentati­ve Stichprobe von Versicherten einer großen deutschen Krankenkasse in Baden-Württemberg) mindestens eine TSH-Wertbestimmung (unveröffentlichte eigene Daten). In der Folge der TSH-Wertbestimmungen ergeben sich häufig Hausarzt-Patienten-Kontakte mit dem Bera­tungsanlass „erhöhtes TSH“ und der Notwendigkeit weiterführender diagnostischer und the­rapeutischer Entscheidungen.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Die hausärztlich tätigen Ärzte sollen sensibilisiert werden für:

    • eine kritische Bewertung erhöhter TSH-Werte unter Beachtung unterschiedlicher TSH-Referenzbereiche und der hohen interindividuellen Variabilität von TSH-Werten, 
    • eine kontrollierte individuell angepasste Therapie, unter Abwägen von Nutzen und Risiken für den Patienten (Wohlbefinden, Nebenwirkungen, Risiko für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen), 
    • eine Vermeidung von Übertherapie durch Verringerung unnötiger Thyroxintherapien auch nach OP sowie Vermeidung von Kombinationstherapien (Jod mit Thyroxin, T3 mit T4), 
    • ein frühzeitiges Erkennen, Eingreifen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit („Schnittstellen“) bei Komplikationen und abwendbar gefährlichen Verläufen, 
    • eine Entängstigung der Patienten im latenten Krankheitsstadium auch durch die Ver­meidung einer zu frühen Pathologisierung.