Leitlinien-Detailansicht
Angststörungen
Stand: 15.04.2014 , gültig bis 15.04.2019
22.01.2015: redaktionell überarbeitete Patientenleitlinie ausgetauscht
Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen. Sie gehen mit hohen Komorbiditätsraten einher, nehmen oftmals einen chronischen Verlauf und remittieren selten spontan. Sie schränken die Lebensqualität, den sozialen Status und die finanzielle Situation der Betroffenen ein und führen unbehandelt infolge Frühberentungen und Krankschreibungen zu einer hohen ökonomischen Belastung für das Gesundheitssystem. Obwohl in Deutschland ein differenziertes Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten vorhanden ist, werden vorhandene Ressourcen für die Diagnostik und Behandlung von Angststörungen noch nicht angemessen genutzt. Bezüglich des Bedarfs, der Inanspruchnahme und des Zugangs zu psychotherapeutischen Leistungen besteht weiterhin Forschungsbedarf und die Steuerungsprozesse und Zuweisungskriterien für die in Anspruch genommenen ambulanten und stationären Angebote sind unklar.
Die vorliegende S3-Leitlinie hat folgende Ziele: die Erkennung, Diagnostik, Behandlung von Angststörungen in Deutschland und die Partizipation, Aktivität und Lebensqualität der Patienten durch die Entwicklung transparenter und nachvollziehbarer Standards für die verschiedenen Versorgungsebenen zu verbessern; Schlüsselempfehlungen zu prioritären Versorgungsproblemen zwischen allen an der Versorgung beteiligten Gruppen unter Einbeziehung von Patienten- und Angehörigenvertretern abzustimmen, darzulegen und zu implementieren; die Versorgungsabläufe für Menschen mit Angsterkrankungen über die Versorgungsebenen darzustellen, die dabei entstehenden Entscheidungssituationen zu benennen und das jeweilige Vorgehen der Wahl zu definieren, und somit den Zugang der Patienten zu einer effektiven Therapie unter Berücksichtigung der differentiellen Indikation und der Schnittstellen zwischen den Versorgungsebenen zu fördern; Therapieprozess und -ergebnis durch die besondere Berücksichtigung von Problemen wie Chronifizierung und Komorbidität zu verbessern; Forschungsbedarf aufzuzeigen und daraus resultierende Aktivitäten anzuregen.
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Basisdaten
Verfügbare Dokumente
Kurzfassung der Leitlinie "Angststörungen"- Download
- 0,41 MB
Langfassung der Leitlinie "Angststörungen"- Download
- 3,71 MB
Patientenleitlinie "Angststörungen"- Download
- 1,01 MB
Verbindung zu themenverwandten Leitlinien
Federführende Fachgesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)Visitenkarte -
Anwender- & Patientenzielgruppe
Adressaten
Die Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die mit der Erkennung, Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Angststörungen befasst sind: Hausärzte (Fachärzte für Allgemeinmedizin bzw. hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Medizin, praktische Ärzte), Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Nervenheilkunde, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ärzte mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie bzw. Psychoanalyse sowie Psychologische Psychotherapeuten, weitere Fachberufe und alle in der Aus- und Weiterbildung befindlichen Psychologen und Ärzte; Fachkrankenhäuser und Fachabteilungen für Psychiatrie, Psychotherapie, Akut- und Rehabilitationskliniken für psychosomatische Medizin sowie andere Rehabilitationseinrichtungen; an Angststörungen erkrankte Erwachsene und deren Angehörige; Entscheidungsträger im Gesundheitswesen; die Öffentlichkeit zur Information über gute diagnostische/ therapeutische Vorgehensweisen.Patientenzielgruppe
Patienten mit Panikstörung/Agoraphobie, generalisierte Angststörung, soziale Phobie und spezifische PhobieVersorgungsbereich
Diagnostik und Therapie von Angststörungen in Akutversorgung und Rehabilitation in den verschiedenen Versorgungsbereichen (ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgung) -
Herausgeber & Autoren
Federführende Fachgesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)VisitenkarteBeteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften
Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DÄVT)VisitenkarteDeutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)VisitenkarteDeutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)VisitenkarteDeutsche Gesellschaft für Klinische Psychotherapie und Psychosomatische Rehabilitation (DGPPR)VisitenkarteDeutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) e.V.VisitenkarteDeutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)VisitenkarteDeutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM)VisitenkarteDeutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)VisitenkarteBeteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen
Aktion Psychisch Kranke (APK)Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp)Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)Angst-Hilfe e.V.Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPsDeutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG)Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV)Gesellschaft für AngstforschungDeutscher Fachverband für Verhaltenstherapie e. V.Ansprechpartner (LL-Sekretariat):
Dr. Jörg Wiltink Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Johannes Gutenberg-Universität
Untere Zahlbacher Str. 8
55131 Mainz Tel.: 06131 / 17 2841 Fax.: 06131 / 17 6688 e-Mail sendenLeitlinienkoordination:
M.E. Beutel
B. Bandolow
T. Lichte
S. Rudolf -
Inhalte
Gründe für die Themenwahl:
Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen. Sie gehen mit hohen Komorbiditätsraten einher, nehmen oftmals einen chronischen Verlauf und remittieren selten spontan. Sie schränken die Lebensqualität, den sozialen Status und die finanzielle Situation der Betroffenen ein und führen unbehandelt infolge Frühberentungen und Krankschreibungen zu einer hohen ökonomischen Belastung für das Gesundheitssystem. Obwohl in Deutschland ein differenziertes Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten vorhanden ist, werden vorhandene Ressourcen für die Diagnostik und Behandlung von Angststörungen noch nicht angemessen genutzt. Bezüglich des Bedarfs, der Inanspruchnahme und des Zugangs zu psychotherapeutischen Leistungen besteht weiterhin Forschungsbedarf und die Steuerungsprozesse und Zuweisungskriterien für die in Anspruch genommenen ambulanten und stationären Angebote sind unklar.
Zielorientierung der Leitlinie:Die vorliegende S3-Leitlinie hat folgende Ziele: die Erkennung, Diagnostik, Behandlung von Angststörungen in Deutschland und die Partizipation, Aktivität und Lebensqualität der Patienten durch die Entwicklung transparenter und nachvollziehbarer Standards für die verschiedenen Versorgungsebenen zu verbessern; Schlüsselempfehlungen zu prioritären Versorgungsproblemen zwischen allen an der Versorgung beteiligten Gruppen unter Einbeziehung von Patienten- und Angehörigenvertretern abzustimmen, darzulegen und zu implementieren; die Versorgungsabläufe für Menschen mit Angsterkrankungen über die Versorgungsebenen darzustellen, die dabei entstehenden Entscheidungssituationen zu benennen und das jeweilige Vorgehen der Wahl zu definieren, und somit den Zugang der Patienten zu einer effektiven Therapie unter Berücksichtigung der differentiellen Indikation und der Schnittstellen zwischen den Versorgungsebenen zu fördern; Therapieprozess und -ergebnis durch die besondere Berücksichtigung von Problemen wie Chronifizierung und Komorbidität zu verbessern; Forschungsbedarf aufzuzeigen und daraus resultierende Aktivitäten anzuregen.
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