Leitlinien-Detailansicht

Kommunikationsstörungen bei neurogenen Sprech- und Stimmstörungen im Erwachsenenalter, Funktionsdiagnostik und Therapie

Registernummer 049 - 014
Klassifikation S1

Stand: 18.09.2014 , gültig bis 17.09.2019

Gründe für die Themenwahl:

Neurogene Sprech-und Stimmstörungen im Erwachsenenalter sind ein zentraler Bestandteil der Phoniatrie und Pädaudiologie und beeinträchtigen die Fähigkeit zur Kommunikation in extremem Maße. Dysarthrien beim Erwachsenen sind nach Abschluss der Sprachentwicklung erworbene neurogene Sprechstörungen, die durch eine Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems verursacht werden und auf einer Beeinträchtigung der Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen beruhen [Ziegler 2010]. Bei zusätzlich zur Dysarthrie vorliegender Beeinträchtigung der Stimmfunktion (Dysphonie) spricht man von einer Dysarthrophonie.

Hingegen gelten Sprechapraxien, als erworbene zentral-motorische Störungen des Sprechens, bei denen eine Störung der Planung bzw. Programmierung von Sprechbewegungen vermutet wird. In Erklärungsmodellen wird bei der Sprechapraxie eine Störung des Zugriffs auf automatisierte sprechmotorische Routinen angenommen [Varey R 2001, Ziegler W 2001].

In Abgrenzung zu und zur phoniatrisch-pädaudiologischen Erweiterung der Leitlinie „Therapie neurogener Sprech- und Stimmstörungen (Dysarthrie / Dysarthrophonie)“ (AWMF-Nummer 030-103) sollen in dieser Leitlinie die auf die Diagnostik und Therapie von Kommunikationsstörungen spezifischen Aspekte dieser Störungen thematisiert werden. Als Fachmedizin für Kommuikationsstörungen verfügt die Phoniatrie und Pädaudiologie über spezifische Konzepte zur Diagnostik und Therapie der die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigenden Aspekte der zugrunde liegenden Erkrankungen wie z. B. des Morbus Parkinson oder des Schlaganfalles. Diese sollen in der geplanten Leitlinie dargestellt werden. Dagegen dient die Leitlinie nicht der Diagnostik und Therapie zugrunde liegender neurologischen Erkrankungen, die in eigenen Leitlinien der neurologischen Gesellschaft thematisiert werden, wenngleich Kenntnisse über die Pathophysiologie, spezifishe Diagnostik und Therapie dieser Störungen Voraussetzung für das Verständnis der Behandlung daraus folgender Kommunikationsstörungen sind und daher in der Leitlinie kurz dargestellt werden. Die Leitlinie soll dem praktisch tätigen Phoniater und Pädaudiologen eine Orientierung liefern, die eine Rationalisierung von Diagnostik und Therapie dieser Störungen ermöglicht.

Zielorientierung der Leitlinie:

In Ergänzung zu den oben genannten Zielen dient die Leitlinie der Vorbereitung einer interdisziplinären Leitlinie zum gleichen Thema bei der die angrenzenden Fachgesellschaften (HNO, Neurologie, Logopädie sowie weitere Gruppen) beteiligt werden sollen. 

  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Kommunikationsstörungen bei neurogenen Sprech- und Stimmstörungen im Erwachsenenalter, Funktionsdiagnostik und Therapie"

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. (DGPP)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

     Fachärzte für Phoniatrie und Pädaudiologie 

    Patientenzielgruppe

     Erwachsene Patienten mit den oben beschriebenen Störungen  

    Versorgungsbereich

    ambulant und stationär

  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. (DGPP)
    Visitenkarte

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Prof. Dr. med. Wolfgang Delb Pfaffplatz 10
    67655 Kaiserslautern e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Dr. med. Sabine Nospes Schwerpunkt Kommunikationsstörungen
    Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz
    Langenbeckstraße 1
    55131 Mainz

    Leitlinienkoordination:

    Dr. med. Arno Olthoff Phoniatrie und Pädaudiologie
    Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen
    Robert-Koch-Straße 40
    37075 Göttingen
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Neurogene Sprech-und Stimmstörungen im Erwachsenenalter sind ein zentraler Bestandteil der Phoniatrie und Pädaudiologie und beeinträchtigen die Fähigkeit zur Kommunikation in extremem Maße. Dysarthrien beim Erwachsenen sind nach Abschluss der Sprachentwicklung erworbene neurogene Sprechstörungen, die durch eine Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems verursacht werden und auf einer Beeinträchtigung der Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen beruhen [Ziegler 2010]. Bei zusätzlich zur Dysarthrie vorliegender Beeinträchtigung der Stimmfunktion (Dysphonie) spricht man von einer Dysarthrophonie.

    Hingegen gelten Sprechapraxien, als erworbene zentral-motorische Störungen des Sprechens, bei denen eine Störung der Planung bzw. Programmierung von Sprechbewegungen vermutet wird. In Erklärungsmodellen wird bei der Sprechapraxie eine Störung des Zugriffs auf automatisierte sprechmotorische Routinen angenommen [Varey R 2001, Ziegler W 2001].

    In Abgrenzung zu und zur phoniatrisch-pädaudiologischen Erweiterung der Leitlinie „Therapie neurogener Sprech- und Stimmstörungen (Dysarthrie / Dysarthrophonie)“ (AWMF-Nummer 030-103) sollen in dieser Leitlinie die auf die Diagnostik und Therapie von Kommunikationsstörungen spezifischen Aspekte dieser Störungen thematisiert werden. Als Fachmedizin für Kommuikationsstörungen verfügt die Phoniatrie und Pädaudiologie über spezifische Konzepte zur Diagnostik und Therapie der die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigenden Aspekte der zugrunde liegenden Erkrankungen wie z. B. des Morbus Parkinson oder des Schlaganfalles. Diese sollen in der geplanten Leitlinie dargestellt werden. Dagegen dient die Leitlinie nicht der Diagnostik und Therapie zugrunde liegender neurologischen Erkrankungen, die in eigenen Leitlinien der neurologischen Gesellschaft thematisiert werden, wenngleich Kenntnisse über die Pathophysiologie, spezifishe Diagnostik und Therapie dieser Störungen Voraussetzung für das Verständnis der Behandlung daraus folgender Kommunikationsstörungen sind und daher in der Leitlinie kurz dargestellt werden. Die Leitlinie soll dem praktisch tätigen Phoniater und Pädaudiologen eine Orientierung liefern, die eine Rationalisierung von Diagnostik und Therapie dieser Störungen ermöglicht.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    In Ergänzung zu den oben genannten Zielen dient die Leitlinie der Vorbereitung einer interdisziplinären Leitlinie zum gleichen Thema bei der die angrenzenden Fachgesellschaften (HNO, Neurologie, Logopädie sowie weitere Gruppen) beteiligt werden sollen.