Leitlinien-Detailansicht

Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) im Kindes- und Jugendalter

Registernummer 028 - 029
Klassifikation S2k

Stand: 20.02.2015 , gültig bis 19.02.2020

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
Visitenkarte
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

Angehörige um Suizid e.V.
Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)
Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
Freunde fürs Leben e.V.
Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro)

Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

PD Dr. Paul Plener Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universität Ulm
Steinhövelstraße 5
89075 Ulm Tel.: 0731 / 500 61601 e-Mail senden

Leitlinienkoordination:

PD Dr. Paul Plener
  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) im Kindes- und Jugendalter"
    Leitlinienreport
    Algorithmus zur Leitlinie NSSV
    Interessenkonflikt-Erklärungen
    Treating nonsuicidal self-injury (NSSI) in adolescents

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
    Visitenkarte
  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Ärzte für Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

    Patientenzielgruppe

    Kinder und Jugendliche (0-18 Jahre) beiden Geschlechts, die NSSV zeigen

    Versorgungsbereich

    Ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgung; Versorgung in der niedergelassenen Praxis sowie im Krankenhaus
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
    Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
    Visitenkarte

    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen

    Angehörige um Suizid e.V.
    Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP)
    Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
    Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V., DGPs
    Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
    Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
    Freunde fürs Leben e.V.
    Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro)

    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    PD Dr. Paul Plener Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universität Ulm
    Steinhövelstraße 5
    89075 Ulm Tel.: 0731 / 500 61601 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    PD Dr. Paul Plener
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) ist ein häufiges Phänomen unter Jugendlichen. In Deutschland berichtet je nach Studie ca. ein Viertel bis ein Drittel der Jugendlichen, sich zumindest einmalig selbst verletzt zu haben, die Ein-Jahresprävalenz liegt bei ca. 14%. Repetitive Selbstverletzungen (>5x innerhalb des letzten Jahres) zeigen sich bei ca. 4-5% der Jugendlichen. Die Prävalenz von NSSV bei stationär kinder- und jugendpsychiatrisch behandelten Patienten liegt bei 50%. Deutschland ist innerhalb Europas das Land mit der zweithöchsten Rate an repetitivem NSSV bei Jugendlichen. Im Bereich der Forschung kam es in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Publikationen, die sich mit den Motiven, der Epidemiologie und der Ätiologie sowie mit diagnostischen und therapeutischen Verfahren beschäftigt haben. NSSV wurde als Syndrom in die Forschungskriterien der Neufassung des amerikanischen Klassifikationsystems (DSM 5) integriert. Bislang findet sich NSSV im ICD-10 nur als Symptom einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus, obwohl die meisten Jugendlichen, die sich selbst verletzen keine Persönlichkeitsstörung aufweisen. Vor dem Hintergrund der in den letzten stattgefundenen Forschungsbestrebungen scheint es nicht mehr vertretbar NSSV wie in der existierenden, abgelaufenen AWMF LL gemeinsam mit stereotypen Bewegungsstörungen in einem Kapitel abzuhandeln, da die Motive, die Neurobiologie, die Diagnostik und auch die Therapie dieser beiden Entitäten sich stark unterscheidet. Zwischenzeitlich existieren Therapieansätze, die eine Wirksamkeit bei NSSV belegen konnten.

    Insgesamt handelt es sich bei NSV um ein bislang nicht in der ICD10 abgebildetes Phänomen mit einer hohen Prävalenz im Kindes- und Jugendalter und einer hohen klinischen Relevanz, das begleitend zu vielen kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbildern auftritt. Das Risiko für spätere Suizidversuche und Suizide ist erhöht. Therapieansätze sind vorhanden, allerdings existieren bislang weltweit keine Leitlinien zur Behandlung von NSSV

    Zielorientierung der Leitlinie:

    In dieser Leitlinie soll neben einer einheitlichen Klassifikation eine Darstellung der diagnostischen Optionen, sowie die aktuellen Erkenntnisse der Therapieforschung Eingang finden.

    Ziel dieser Leitlinie ist es, basierend auf der wissenschaftlichen Evidenz und einem interdisziplinären Konsens zur  klinischen Behandlung in Punkten zu denen noch keinen Evidenz besteht, erstmalig Standards für Klassifikation, Diagnostik und Therapie zu schaffen.