Leitlinien-Detailansicht

Präoperative Anämie

Registernummer 001 - 024
Klassifikation S3

Stand: 11.04.2018 , gültig bis 15.04.2021

Verfügbare Dokumente

Langfassung der Leitlinie "Präoperative Anämie"
Leitlinienreport

Federführende Fachgesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
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  • Basisdaten

    Verfügbare Dokumente

    Langfassung der Leitlinie "Präoperative Anämie"
    Leitlinienreport

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
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  • Anwender- & Patientenzielgruppe

    Adressaten

    Ärzte aller operativen Fachdisziplinen, sowie Ärzte der Anästhesiologie bzw. alle medizinischer Fachbereiche, die an der prä- und perioperativen Behandlung der Patienten beteiligt sind (siehe beteiligte Fachgesellschaften)

    Patientenzielgruppe

    Erwachsene Personen aller Altersgruppen, die sich in ambulanter/teilstationärer oder stationärer Vorbereitung auf eine elektive Operation (insbesondere große umfangreiche operative Eingriffe) aller operativen Fachdisziplinen befinden 

    Versorgungsbereich

    Präoperative/operative stationär/teilstationäre Versorgung
  • Herausgeber & Autoren

    Federführende Fachgesellschaft

    Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
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    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)
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    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
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    Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
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    Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC)
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    Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)
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    Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
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    Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)
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    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
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    Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI)
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    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)
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    Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH)
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    Ansprechpartner (LL-Sekretariat):

    Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)
    Roritzerstr. 27
    90419 Nürnberg Tel.: 0911 933780 e-Mail senden

    Leitlinienkoordination:

    Dr. med. Lutz Kaufner, MSc. Charité-Universitätsmedizin Berlin
    Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt
    operative Intensivmedizin
    Campus Virchow-Klinikum
    Augustenburger Platz 1
    13353 Berlin

    Leitlinienkoordination:

    Prof. Dr. med. Christian von Heymann, DEAA Vivantes Klinikum im Friedrichshain
    Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin
    und Schmerztherapie
    Landsberger Allee 49
    10249 Berlin
  • Inhalte
    Gründe für die Themenwahl:

    Die Themenwahl der Leitlinie begründet sich in der prognostischen Bedeutung der präoperativen Anämie als unabhängiger Risikofaktor für die Morbidität und Mortalität bei operativen Patienten. Liegt eine präoperative Anämie zusätzlich zu anderen Risikofaktoren wie pulmonaler oder kardialer Erkrankung vor, so potenziert die Anämie das Risiko für postoperative Komplikationen (z.B. Pneumonie, Thromboembolien) um ein Mehrfaches. Die damit einhergehende erhöhte perioperative Transfusionswahrscheinlichkeit von Erythrozytenkonzentraten erhöht zusätzlich das Mortaliätsrisiko bei einer perspektivisch wachsenden Knappheit der Ressource Fremdblut. Die Mehrkosten aus Anämie-bedingten Komplikationen und verlängerter Krankenhausverweildauer begründen zusätzlich die ökonomische Notwendigkeit der Leitlinienentwicklung. Demgegenüber senkt die Behandlung der präoperativen Anämie die postoperative Komplikationsrate und reduziert somit die Krankenhausliegezeit und die Kosten.

    In einer retrospektiven Kohortenstudie aus dem Jahre 2011 wurden von einer internationalen Arbeitsgruppe die Daten von 227.425 Patienten aus dem prospektiv validierten Register des American College of Surgeons hinsichtlich der 30-Tages-Mortalität und Morbiditiät ausgewertet (Musallam et a.: Lancet 2011; 378: 1362-1363). In dieser großen Untersuchung ist nach Adjustierung aller Risikofaktoren sowohl die leichte als auch die schwere präoperative Anämie mit einer unabhängigen und signifikant erhöhten 30 –Tages-Mortalität und Morbidität assoziiert. Zeitgleich entwickelte das „Network for Advancement of Transfusion Alternatives (NATA)“ im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche und Validierung der Ergebnisse nach den GRADE Richtlinien eine erste Handlungsempfehlung zur Diagnostik, Bewertung und Therapie der präoperativen Anämie bei elektiven orthopädischen Eingriffen (Goodnough et al.; BJA 2011;106:13-22). Um die Diagnostik und Therapie der Präoperativen Anämie an den Schnittstellen zwischen Operation, Anästhesie und präoperativer Behandlung flächendeckend in Deutschland umzusetzen, bedarf es vorab einer interdisziplinären Analyse und Evidenz basierten Handlungsempfehlung aller an der perioperativen Behandlung beteiligten Fachgesellschaften.

    Zielorientierung der Leitlinie:

    Mit der Verbreitung und Umsetzung der Leitlinie Präoperative Anämie sollen folgende Ziele erreicht werden:

    · Etablierung einer leitlinienbasierten Strategie zur präoperativen Risikominimierung durch rationale Diagnostik und Therapie der präoperativen Anämie im perioperativen Alltag.

    · Klare Handlungsempfehlungen für klinisch tätige Anästhesiologen und Chirurgen

    · Sensibilisierung aller operativen Fachdisziplinen für die Notwendigkeit der interdisziplinären Diagnostik und Behandlung der präoperativen Anämie

    · Die Therapie der präoperativen Anämie kann zu notwendigen Änderungen der interdisziplinären perioperativen Organisationprozesse z.B. mit der Einführung eines Transfusionskoordinators bzw. Blutmanagementprogramme führen

    · Etablierung einer präoperativen Therapie mit Erythropoese- stimulierenden Agenzien sowie der Organisation maschineller Autotransfusion