Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 115 - 002
Klassifikation S2k

Präanalytik, labormedizinisch

Anmeldedatum:

27.09.2016

Geplante Fertigstellung:

30.04.2018

Gründe für die Themenwahl:

Bei der Bestimmung von Biomarkern muss sichergestellt sein, dass durch Transport und Lagerung das Untersuchungsmaterial nicht soweit modifiziert wird, dass die Befunde nicht mehr für die Diagnostik und Therapieüberwachung geeignet sind. Eine Modifikation der Biomarker kann erfolgen durch Instabilität des Analyten oder auch durch eine Zunahme der Interferenz z.B. durch Hämolyse bei längerer Lagerung. Durch die Verfügbarkeit einer Reihe von Stabilisatoren ist bei den meisten Untersuchungen die Verwendung von verschiedenen geeigneten Blutentnahmesystemen möglich. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Konstellationen in der Erbringung labormedizinischen Leistungen sind insbesondere bei instabilen Biomarkern verschiedene Kombinationen von Stabilisator und Prozessierung / Lagerung möglich. Weitere Aspekte in der Präanalytik sind die Definition der für die Stabilität der Biomarker unabdingbaren laborfernen Vorbereitungsschritte besonders auch unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen. V.a. bei unwiederbringbaren Materialien (z.B. Liquor, manche pädiatrischen Proben) sind Festlegungen notwendig, wieweit die Ergebnisse reportiert werden dürfen trotz suboptimalem präanalytischen Vorgehen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Definition geeigneter Kombinationen von Stabilisator und Prozessierung / Lagerung ggf. auch während des Transportes ex-vivo für die in-vitro Untersuchungen aus Blut, Urin und Liquor und ggf. anderer Untersuchungsmaterialien (insbesondere Punktate)

Anmelder bei der AWMF (Person):

PD Dr. Matthias Orth

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e. V. (DGKL)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.(DGLN)

Leitliniensekretariat:

PD Dr. Matthias Orth

Institut für Laboratoriumsmedizin
Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH
Marienhospital Stuttgart
Postfach 103163
D-70027 Stuttgart

Tel.: (0711) 6489-2760

Fax.: (0711) 6489-2688

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Koordination:

PD Dr. Matthias Orth

Adressaten:

Primär Ärzte, die labormedizinische Leistungen durchführen (vgl. Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen, Kapitel 6). In einem zweiten Schritt wird die Leitlinie auch für Ärzte, die labormedizinische Leistungen veranlassen, Bedeutung erlangen. 

Versorgungssektor:

Ambulant und stationär

Patientenzielgruppe:

Sämtliche Patienten innerhalb der Heilkunde

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Teilnehmer der AG Diagnostische Pfade sowie der Sektion Labormanagement erarbeiten für die ~600 häufigsten Analyte anhand von aktueller Literatur Vorgaben zum Material und Lagerungsbedingungen. Besonderes Augenmerk wird auf die typischen Situationen a) sofortiger Transport in das Labor, b) Zentrifugation vor Ort und verzögerter Transport in das Labor und c) verzögerter Transport in das Labor, Zentrifugation im Labor gebeben. Falls notwendig, werden die besonderen Bedingungen des Transportes (wie gekühlt, gefroren, Rohrpost, usw.) berücksichtigt. Wegen der Vielzahl der Analyte ist vorgesehen, dass diese gruppiert werden und jede Analytgruppe zunächst von mindestens 2 Teilnehmern bearbeitet wird und dann den anderen Teilnehmer ein erster Konsens vorgeschlagen wird.  

Darauf folgt ein Delphi-Verfahren mit 2 Treffen p.a. sowie ggf. eine weitere Abstimmung im Umlauf.

Ergänzende Informationen:

Verbindung zu vorhan­denen Leitlinien: vielfältige mit Bezug zu Labordiagnostik (Bspe. s.o.!)

Die Verantwortung der Präanalytik liegt primär in der Verantwortung der die Diagnostik durchführenden Ärzte und ist somit ein originäres Thema dieser Fachgruppen (vgl. Vorgaben der RiliBÄK). Das Thema ist inhaltlich schon früher bearbeitet worden als einfache Expertenempfehlung (z.B. „Die Qualität diagnostischer Proben“ Empfehlungen der Arbeitsgruppe Präanalytik der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin. Laboratoriums Medizin (2002), 26: 267–283 oder WORLD HEALTH ORGANIZATION Use of anticoagulants in diagnostic laboratory investigations (2002)). In der Zwischenzeit hat es eine ganze Reihe von neuen Untersuchungen wie auch Fortschritte bei der Blutentnahme und den Lagersystemen gegeben, die entsprechend bewertet werden müssen. Hinzu kommen neue Indikationen und geänderte Anforderungen an die Qualität der Untersuchungen, so dass auch für die dafür notwendige Präanalytik entsprechende Konsensvorgaben verfügbar sein müssten.  

Einschränkung: Bakteriologische Fragestellungen sowie Untersuchungen im biobanking sollen im Rahmen dieser Leitlinie nicht behandelt werden.  

Anmerkung: Um Interessenskonflikte im vornherein auszuschließen, sind Vertreter von Diagnostikafirmen und von Fahrdiensten u.ä. sowie von Herstellern von Abnahmesystemen von der Teilnahme ausgeschlossen.