Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 093 - 003
Klassifikation S3

Diagnostisches und therapeutisches Management der Zytomegalievirus-Infektion bei Schwangeren, Neugeborenen und Kindern

Anmeldedatum:

05.12.2017

Geplante Fertigstellung:

28.02.2019

Gründe für die Themenwahl:

Neue Daten und Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie der CMV-Infektion

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie richtet sich an Kolleginnen und Kollegen, die in den Bereichen der klinisch-diagnostischen Virologie, Gynäkologie, (infektiologischen) Pädiatrie, Neonatologie, Pädaudiologie sowie in den Neugeborenenscreening-Zentren mit Fragestellungen zur kongenitalen CMV-Infektion bei Neugeborenen und Kinder und ihren Folgen konfrontiert und befasst sind.

Begründung: Das Zytomegalievirus (CMV) verursacht heute die häufigste angeborene Infektion. Während der Schwangerschaft können sowohl primäre Infektionen wie auch Reaktivierungen oder Reinfektionen die Gesundheit des Feten gefährden. Symptome, die auf eine kongenitale CMV-Infektion hinweisen, umfassen schwere Erkrankungen (Mikrozephalie, Hepatosplenomegalie, neurologische Entwicklungsstörungen), sind aber häufig diskret oder unspezifisch. Die Mehrheit der kongential CMV-infizierten Neugeborenen ist klinisch gesund und gilt als „asymptomatisch“. Auffällig wird ein Teil dieser Kinder im Neugeborenen-Hörscreening, andere entwickeln Hörstörungen, die als late-onset Symptomatik erst während der ersten Lebensmonate und –jahre auftreten. In Deutschland werden jährlich geschätzt 1.500-2.000 kongenital CMV-infizierte Kinder geboren, von welchen etwa 10-20 Prozent lebenslange Folgeerkrankungen entwickeln. Damit diese Kinder möglichst früh behandelt beziehungsweise gefördert werden, ist die frühe und zweifelsfreie Diagnose der kongenitalen CMV-Infektion sehr wichtig. Aktuelle internationale Studien zeigen, dass man durch immuntherapeutische Maßnahmen die transplazentare Übertragung verhindern sowie durch eine rechtzeitige antivirale Therapie die CMV-assoziierten Erkrankungen der kongenital infizierten Neugeborenen positiv beeinflussen kann.

Die Leitlinie soll auf der Grundlage von wissenschaftlichen Veröffentlichungen Regeln für

  1. das klinisch-diagnostische und das labordiagnostische Management der CMV-Infektion bei Schwangeren, Neugeborenen und Kindern
  2. die Möglichkeiten zur Prävention der CMV-Infektion bei Schwangeren sowie der transplazentaren Übertragung der CMV-Infektion
  3. therapeutische Maßnahmen (antivirale Medikamente, Immunglobuline) für Schwangere mit CMV-Primärinfektion
  4. antivirale Therapieoptionen für kongenital CMV-infizierten Neugeborenen
  5. symptomatische Therapieoptionen für kongenital CMV-infizierten Neugeborenen und Kindern, insbesondere mit Hörstörungen (Hörgeräte, Cochlea-Implantate, Hörschulung)
  6. Fördermöglichkeiten für kongenital CMV-infizierte Kinder mit neurologischen Entwicklungsstörungen

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr. Susanne Modrow

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Gesellschaft für Virologie (GfV)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektologie (DGPI)Visitenkarte

Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V. (DGPP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI)

Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF)

Deutsche Gesellschaft für Neugeborenenscreening, DGNS

Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V.

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. Susanne Modrow

Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universität Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. Susanne Modrow

 

Dr. Daniela Huzly

Institut für Virologie
Universität Freiburg
Hermann-Herder-Straße 11
79104 Freiburg

Adressaten:

Klinisch-diagnostische Virologen und Labormediziner

Gynäkologen, Pädiater, Perinatologen, Neonatologen, Pädaudiologen und HNO-Kinderärzte in Klinik und Praxis

Versorgungssektor:

Ambulant und stationär

Patientenzielgruppe:

Schwangere

Neugeborene, Säuglinge, Kinder 

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Evidenz-Basierung durch GRADE

Konsensus durch formalen Gruppenprozess, Konsensuskonferenz mit unabhängiger Moderation, Delphi-Runde

Ergänzende Informationen:

Zusätzlich werden die im Folgenden aufgeführten Fachgesellschaften kontaktiert und im Beteiligung angefragt:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ e.V.)

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, e.V. (DGHNOKHC e.V.)

Bzgl. der Beteiligung von Patienten/Betroffenengruppierungen wird nach Selbsthilfegruppen/Elterninitativen gesucht, die zur Beteiligung aufgefordert werden können.