Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 083 - 003
Klassifikation S3

Zahnersatz für zahnbegrenzte Lücken

Anmeldedatum:

29.06.2017

Geplante Fertigstellung:

31.12.2018

Gründe für die Themenwahl:

Laut der aktuellen 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) bleibt Zahnverlust ein wichtiges Public-Health Problem. Bei Erwachsenen (35-44 Jahre) fehlen im Durchschnitt 2,1 Zähne (ohne Weißheitszähne) und knapp ein Viertel trägt Zahnersatz. Bei Senioren (65-74 Jahre) fehlen im Durchschnitt 11,1 Zähne, von denen knapp 2 Zähne festsitzend und 7,5 Zähne abnehmbar ersetzt sind. Laut aktueller Zahlen der gesetzlichen Krankenkassen liegen allein im GKV-System die Kosten für Zahnersatz jährlich bei etwa 3,3 Mrd. Euro. Ein wesentlicher Anteil davon betrifft Zahnersatz bei zahnbegrenzten Lücken. So werden pro Jahr in Deutschland knapp 1,4 Mio. zahnbegrenzte Lücken (1–4 fehlende Zähne) versorgt.

Für den Ersatz fehlender Zähne in einer zahnbegrenzten Lücke steht eine Vielfalt von Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dabei kann es sich um festsitzenden Zahnersatz in Form von konventionellen Brücken, implantatgetragenem Zahnersatz und Adhäsivbrücken oder um abnehmbare Teilprothesen mit verschiedenen Verankerungsformen handeln, wobei eine Nichtversorgung auch eine Option darstellt. Die o.g. Therapiemöglichkeiten unterschieden sich zum Teil erheblich in der Indikation, den biologischen und monetären Kosten, dem klinischen und technischen Aufwand sowie dem zu erwartenden Nutzen hinsichtlich Überlebensdauer und patientenorientierten Zielgrößen wie Zufriedenheit und Lebensqualität. Bisherige Übersichtsarbeiten hatten den Fokus primär auf Art der Versorgung, nicht auf der klinischen Situation. Aktuell ist auf Grund der fehlenden Handlungsempfehlungen von sowohl Unter-, Fehl- als auch Überversorgung auszugehen. Diese bedeutet, dass Therapiemittel gewählt werden, die hinsichtlich ihrer Kosten-Nutzen-Relation in der speziellen Situation als nicht optimal angesehen werden können.

Im Rahmen dieses Upgrades soll die bestehende S1-Leitlinie methodisch aufgewertet und inhaltlich um weitere prothetische Therapiekonzepte erweitert werden.

Zielorientierung der Leitlinie:

Handlungsempfehlungen für Zahnärzte zur prothetischen Versorgung von zahnbegrenzten Lücken, insbesondere zur Wahl des Therapiemittels (z.B. Klebebrücke, konventionelle Brücke, Implantate, Teilprothesen) inklusive der Nichtversorgung; unter besonderer Berücksichtigung therapierelevanter Aspekte (z.B. Präparationsform, Material, Befestigung, Pfeileranzahl und -verteilung) und patientenrelevanter Endpunkte und Zielgrößen

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Silke Auras

Leitlinienbeauftragte der DGZMK

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Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V. (DGPro)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (DGI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie (AgKi)

Bundesverband der Zahnärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst e.V. (BZÖG)

Deutsche Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ)

Verband medizinischer Fachberufe e.V. (Referat Zahnmedizinische Fachangestellte)

AG Dentale Technologie (ADT)

Berufsverband Deutscher Oralchirurgen, BDO

Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa, BDIZ EDI

Bundeszahnärztekammer, BZÄK

Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie (DGZI)

Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI)

Leitliniensekretariat:

PD Dr. Daniel R. Reißmann

Oberarzt und Forschungskoordinator
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Adressaten:

Zahnärzte (inkl. Oralchirurgen)

Versorgungssektor:

- Ambulante Versorgung

- Therapie, Rehabilitation, Tertiärprävention

- Zahnmedizin (Allgemein; Spezialisierung auf Prothetik, Oralchirurgie)

Patientenzielgruppe:

Jugendliche bis Senioren; Personen mit 1 bis 4 fehlenden Zähne in einer zahnbegrenzten Lücke

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

1. Systematische Literaturrecherche

a. Datenbanken: PubMed, Cochrane, Embase

b. Handsuche: Referenzlisten, Experten

c. Bewertung (risk of bias): EPOC-checklist für RCTs, SIGN-checklist für systematische Reviews

2. Konsensfindung

a. Konsensuskonferenzen

b.Delphi-Verfahren

Ergänzende Informationen:

Weitere Fachgesellschaften/ Organisationen und Patientenvertreter wurden angefragt, die Rückmeldungen stehen noch aus