Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 060 - 003
Klassifikation S3

Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen

Anmeldedatum:

20.03.2017

Geplante Fertigstellung:

31.12.2019

Gründe für die Themenwahl:

Die Prävalenz der Spondyloarthritiden (SpA) wird in Deutschland mit 1-2% angegeben. Rückenschmerzen als erstes Frühsymptom der Erkrankung werden häufig bei SpA Patienten fehlgedeutet und es kommt weder zu einer exakten Diagnose noch zu einer effektiven Therapie. Für Deutschland wird eine Diagnoseverzögerung für die ankylosierende Spondylitis (AS=Morbus Bechterew) (Form der axialen SpA mit bereits eingetretenen radiologischen Veränderungen) mit 5-7 Jahren angegeben. Damit wird das Ziel, strukturelle Läsionen zu verhindern, nicht erreicht.
Mittel der ersten Wahl bei Patienten mit axialer SpA sind bei hoher Krankheitsaktivität NSAR Präparate und bei Versagen einer kontinuierlichen NSAR Therapie die Gabe von Biologika. Die bestehende Fassung der S3-Leitlinie axiale SpA aus dem Jahr 2013 stellt die Evidenz zur medikamentösen Therapie basierend aus Ergebnissen von AS Studien dar. In der Zwischenzeit ist es sowohl zu einer Erweiterung der Indikation (Biologika können nicht mehr nur für AS verschrieben werden, sondern für die gesamte Gruppe axiale SpA) als auch zur Zulassung eines neuen Wirkprinzips der Biologika (Interleukin-17 Blocker zusätzlich zu den bewährten TNF-Blockern) gekommen. Zusätzlich verändert sich mit der Einführung von Biosimilars das Verordnungsverhalten der Rheuamtologen.
Die Leitlinie "axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen" soll dazu beitragen, die bestehende Diagnoseverzögerung zu reduzieren und eine wirksame allen Stadien der axialen SpA gerecht werdenden Therapie zu verordnen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie soll Hilfe für Versorgung von Patienten und Patientinnen mit axialer SpA geben. Sie soll helfen die medizinische Versorgung dieser Patientengruppe zu verbessern.
Ziele: Optimierung der Versorgung, Reduktion der Diagnoseverzögerung, Verhinderung struktureller Läsionen, Einleitung effektiver Therapien, Verbesserung der Lebensqualität, Erhaltung der Erwerbsfähigkeit.

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. med. Uta Kiltz

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)Visitenkarte

Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e. V. (DOG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (DGPMR)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie e.V. (DGORh)

Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB)

Bundesverband Selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e.V.

Leitliniensekretariat:

Dr. med. Uta Kiltz

Rheumazentrum Ruhrgebiet
Herne

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Koordination:

Dr. med. Uta Kiltz

Adressaten:

Die Leitlinie richtet sich an Ärzte sowie Angehörige nichtärztlicher Berufsgruppen, die an der Versorgung dieser Personen in allen Sektoren betroffen sind und bei der Leitlinienerstellung beteiligt sind. Die Leitlinie richtet sich auch an erkrankte Personen und ihren Angehörigen.

Versorgungssektor:

Primäre, sekundäre und tertiäre Versorgungsebene, sowohl ambulant als auch stationär unter Berücksichtigung der Rehabilitation. Die inter- bzw. multidisziplinäre Strategie/ Bewertung wird betont. Die Leitlinie bezieht sich sowohl auf die primärärztliche Versorgung als auch auf die fachärztliche Versorgung.

Patientenzielgruppe:

Die Patientenzielgruppe umfasst alle erwachsenen Patienten mit einer axialen SpA. Dazu gehören sowohl Patienten mit nicht-radiografischen Veränderungen (nr-axSpA) als auch Patienten mit strukturellen Läsionen, die radiologisch nachweisbar sind. In die letztere Patientengruppe gehören Patienten mit einer AS (= Morbus Bechterew). An einer axialen SpA können auch Patienten mit einer Psoriasis vulgaris als auch einer Psoriasisarthritis, einer Arthritis bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und einer reaktiven Arthritis erkranken.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

 Literatur: Zu Beginn steht eine systematische Leitlinienrecherche in Leitliniendatenbanken. Nach der Formulierung von Schlüsselfragen wird eine systematische Literaturrecherche in allen üblichen Datenbanken durchgeführt, um die Primärliteratur zu sichten. Diese wird nach vorher festgelegten Einschlusskriterien gesucht und mit den Oxford Kriterien bewertet. Konsensusfindung: Nominales Konsensusverfahren, Delphi Verfahren ggf bei einzelnen Abstimmungen (z.B. Schlüsselfragen). 

Ergänzende Informationen:

Verbindung zu nvl/007: inhaltliche Überschneidungen sind möglich, die LL "axiale SpA" adressiert klar eine eigenständige Krankheitsensität aus dem Kreise entzündlich rheumatischer Erkrankungen.