Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 053 - 045
Klassifikation S3

Schutz vor Über- und Unterversorgung – gemeinsam entscheiden

Anmeldedatum:

07.07.2014

Geplante Fertigstellung:

31.12.2017

Gründe für die Themenwahl:

In der DEGAM-Fachdefinition heißt es: “Das Arbeitsziel der Allgemeinmedizin ist eine qualitativ hochstehende Versorgung, die den Schutz des Patienten, aber auch der Gesellschaft vor Fehl-, Unter- oder Überversorgung einschließt.” Der Schutz vor Überversorgung, das bedachtsame Abwägen der Nutzen-Kosten- sowie der Nutzen-Risiko-Relation steht seit Jahren im Fokus der DEGAM-Arbeit. Das Prinzip “Klasse statt Masse” vertritt die DEGAM seit Jahren konsequent: in Positionspapieren, Stellungnahmen, in DEGAM-Leitlinien, NVLs, interdisziplinären S3 – Leitlinien sowie nicht zuletzt in einem pharmafreien Wissensmanagement (DEGAM-Fortbildungsformate, Tage der Allgemeinmedizin, DEGAM-Kongresse, etc.). Diese stark an der evidenzbasierten Medizin orientierte DEGAM-Grundhaltung ist bislang weder gebündelt noch im Sinne praxisnaher Statements operationalisiert worden. Die US-amerikanische Initiative Choosing-Wisely hat eindrucksvoll demonstriert, wie Negativempfehlungen öffentlichkeitswirksam verbreitet werden können. Innerhalb des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin gab es letztes Jahr eine Diskussion, ob es auch in Deutschland eine Choosing Wisely-Initiative geben müsse. Die einhellige Meinung war damals, dass dieses Wissen in deutschen Leitlinien sehr viel besser aufgearbeitet sei.

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Ziel der Leitlinie ist die Erarbeitung einer konzisen und übersichtlichen Zusammenstellung sowie Priorisierung der wichtigsten nicht nur überflüssigen Maßnahmen und Negativempfehlungen für den hausärztlichen Bereich. Gleichzeitig sollen dabei relevante Probleme im Bereich der Unterversorgung berücksichtigt werden. Damit kann die geplante Leitlinie hier eine wichtige Lücke schließen und den Wissensbestand der DEGAM in einem praktisch wie politisch wichtigen Bereich nachhaltig erweitern

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. phil. Anja Wollny

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Leitliniensekretariat:

Dr. Anne Barzel

DEGAM-Geschäftsstelle Leitlinien
c/o Institut für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52
20246 Hamburg

Tel.: (040) 7410 - 59769

Fax.: (040) 7410 - 53681

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Martin Scherer

(als Hauptautor)

 

Dr. Anne Barzel

(für die DEGAM)

Adressaten:

In erster Linie: hausärztlich Tätige, u.a. auch Internisten, Geriater

In zweiter Linie: möglicherweise die  Berufsgruppen, die von Negativempfehlungen aus den interdisziplinären Leitlinien betroffen sind

Versorgungssektor:

- ambulant (ggf. stationär/teilstationär, soweit es allgemeinmedizinisch Tätige betreffend)

- Screening/ Früherkennung, Diagnostik, Therapie

- primärärztliche Versorgung

Patientenzielgruppe:

männliche und weibliche Erwachsene, ältere Personen mit unterschiedlichen Erkrankungen und Stadien, mit und ohne Komorbidität(en)

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Methodisches Vorgehen entsprechend dem 10-Stufen-Plan der DEGAM, im Einzelnen wie folgt:

  • Systematische Recherche nach Versorgungsforschungsstudien zu Versorgungsproblemen
  • Extraktion von Positiv- und Negativ-Empfehlungen von DEGAM S3-Leitlinien und NVL mit DEGAM-Beteiligung)
  • Befragung von Mandatsträgern und Paten zu Problemen der Überversorgung im hausärztlichen Bereich
  • Entwicklung von Priorisierungskriterien mit externen Experten
  • Priorisierungsprozess mit den Leitliniengruppen der entsprechenden Leitlinien nach vorher festgelegten Kriterien (z.B. Relevanz für Individuum und  Gesundheitssystem)
  • Systematische Primärliteraturrecherche zu den Empfehlungen, bei denen aus dem Hintergrundtext ersichtlich ist, dass eine Nachrecherche erforderlich ist
  • Aufbereitung der Ergebnisse / Handlungsempfehlungen in den Kategorien:

          -     Screening/Früherkennung

          -     Diagnostik

          -     Monitoring

          -     Therapie

  • Formaler Konsensprozess mit den Adressaten und Public Health orientierten Fachgesellschaften (z.B. DNEbM) und mit den FG (interdisziplinärer LL), bei denen es durch Aktualisierung zu Änderungen von Empfehlungen kommt Publikation der Leitlinie, Pressemitteilungen und Originalarbeite(n)

Ergänzende Informationen:

Abstimmung erfolgt mit den Fachgesellschaften und Organisationen, die die Negativempfehlungen mit verabschiedet haben.