Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 053 - 023
Klassifikation S3

Brustschmerz

Anmeldedatum:

16.12.2015

Geplante Fertigstellung:

31.03.2019

Gründe für die Themenwahl:

Brustschmerz stellt einen häufigen Beratungsanlass in der hausärztlichen Versorgung dar (70/ 1000 Konsultationen). Das Spektrum der zugrundeliegenden Erkrankungen reicht von Ursachen mit sehr guter Prognose, die allenfalls einer symptomatischen Therapie bzw. einer Rückversicherung bedürfen (z.B. Brustwandsyndrom), bis hin zu akut lebensbedrohlichen Ursachen, bei denen vor allem die zügige stationäre Einweisung im Vordergrund steht (z.B. akutes Koronarsyndrom). Hausärzte stehen vor der Herausforderung einerseits Patientinnen und Patienten  mit abwendbar gefährlichen Verläufen nicht zu übersehen und andererseits diese und das System vor unnötiger Diagnostik zu schützen.

Zielorientierung der Leitlinie:

Ziel dieser Leitlinie ist es, Hausärzten evidenzbasierte Empfehlungen für die initiale klinische Einschätzung von Patientinnen und Patienten mit Brustschmerz zu geben. Im Kern gibt die Leitlinie evidenzbasierte Empfehlungen, welche Ergebnisse aus Anamnese und Befund hilfreich sind, die Wahrscheinlichkeit der in Frage kommenden Ursachen des Brustschmerzes abzuschätzen bzw. Verdachtsdiagnosen zu formulieren. Empfehlungen zur spezifischen Diagnostik bzw. zur Therapie finden sich nur in Einzelfällen. Diese Leitlinie versucht, sich dem Dilemma der Primärversorgung zu stellen: einerseits die Sensitivität zu maximieren (keine ernst- hafte Erkrankung zu übersehen), andererseits die Spezifität zu bedenken (Vermeidung von Überdiagnostik und -behandlung).

Verbindung zu vorhandenen Leitlinien anderer Fachgesellschaften:
Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. med. Anne Barzel

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)Visitenkarte

Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Hessische Leitliniengruppe

Deutsche Gesellschaft für Radiologie

Leitliniensekretariat:

Dr. med. Anne Barzel

DEGAM-Geschäftsstelle Leitlinien
Universitätsklinikum Hamburg - Eppendorf
Zentrum für Psychosoziale Medizin
Institut für Allgemeinmedizin
Martinistr. 52
20246 Hamburg

Tel.: 040/7410-59769

e-Mail senden

Koordination:

Dr. Stefan Bösner (als Autor)

 

Dr. rer. medic. Jörg Haasenritter (als Autor)

 

Dr. med. Anne Barzel (für DEGAM)

Adressaten:

Primäre Adressaten aufgrund der Ausrichtung der Leitlinie sind Hausärzte, Hausärztinnen und Medizinische Fachangestellte in Hausarztpraxen. Zur weiteren Information ist diese Leitlinie möglicherweise von Interesse für Ärztinnen und Ärzte aus den Fachgebieten Innere Medizin, Kardiologie, Psychosomatik, Gastroenterologie, Pneumologie, Orthopäde, Nuklearmedizin, Radiologie.

Versorgungssektor:

Hausärztliche Versorgungsebene

Patientenzielgruppe:

Zielgruppe sind Patientinnen und Patienten, die ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt telefonisch oder persönlich mit dem Beratungsanlass „Brustschmerz“ aufsuchen. Unter „Brustschmerz“ werden hierbei alle Schmerzempfindungen im weiteren Sinne (auch Brennen, Druckgefühl, Ziehen,Stechen, Missempfindung) im Bereich des vorderen und seitlichen Thorax verstanden; Schmerzen im Epigastrium oder im Rücken werden nur behandelt, soweit Brustschmerzen in diese Regionen ausstrahlen. Akute und chronische Präsentationen werden gleichermaßen berücksichtigt. Eine diagnostische Entscheidung stellt sich gerade auch bei bekannter KHK, da die KHK Ursache neu aufgetretener Brustschmerzen sein kann, aber nicht muss. Nicht berücksichtigt werden:
- die Altersgruppe der unter 18-jährigen
- traumabedingter oder -assoziierter Brustschmerz

- Patientinnen und Patienten in selektiertem Umfeld (spezialisierte Notaufnahme oder Ambulanz)

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Zehn-Stufen-Plan der DEGAM inklusive systematischer Aufbereitung der verfügbaren Evidenz und strukturierter Konsensfindung mit unabhängiger Moderation