Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 043 - 049OL
Klassifikation S3

Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens

Anmeldedatum:

14.12.2016

Geplante Fertigstellung:

31.12.2018

Gründe für die Themenwahl:

Es existiert derweil keine deutsche Leitlinie zum genannten Thema.

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Ziel dieser Leitlinie ist es, die aktuelle Evidenz für die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Patienten mit Keimzelltumoren zusammenzufassen und zu bewerten. Weiterhin sollen auf dieser Basis Handlungsempfehlungen erstellt werden, die den an der Behandlung beteiligten Ärzte sowie den Patienten dienlich sind. Spezifische Ziele bei diesem Projekt sind die Sicherstellung einer evidenzbasierten Diagnostik und Versorgung anhand wissenschaftlich gestützter Informationen, welche an den Strukturen des deutschen Gesundheitssystems angepasst sind. Neben der Regulierung von Über- oder Fehlversorgung soll auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Leistungserbringer verbessert werden. Weiterhin soll in den frühen Stadien die Reduktion der Toxizität und damit die Verbesserung der Lebensqualität und Spättoxizität der Therapie erreicht werden. In den höheren Erkrankungsstadien soll die Verbesserung der Therapie und damit der Überlebenswahrscheinlichkeit erreicht werden.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, Msc

Berlin
i.A. des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie der DKG, AIO

Arbeitskreis Rehabilitation urologischer und nephrologischer Erkrankungen (AKR)

Arbeitsgemeinschaft Onkologische Pathologie der DKG, AOP

Arbeitsgemeinschaft Onkologische Thoraxchirurgie der DKG, AOT

Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin der DKG, APM

Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS

Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie e.V. (AUO) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG

German Testicular Cancer Study Group (GTCSG)

Leitliniensekretariat:

Stefanie Schmidt

Wissenschaftliche Referentin von UroEvidence
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.
Geschäftsstelle Berlin
Nestorstraße 8/9 (1. Hof)
10709 Berlin

Tel.: +49-(0)30 8870 833 12

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Koordination:

Prof. Dr. med. Sabine Kliesch

(Leitung)
Chefärztin Klinische Andrologie
Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie
WHO Kooperationszentrum, EAA Ausbildungszentrum
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1, D11
Domagkstraße 11
48129 Münster

Tel.: 0251/835-6096 + 6097

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Adressaten:

Primäre Adressaten der Leitlinie sind Ärzte und andere medizinische Leistungserbringer, die an der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Keimzelltumoren beteiligt sind (alle Stadien; ambulante und stationäre Versorgung sowie Rehabilitation). Auch Patienten und Angehörige gelten als primäre Adressaten dieser Leitlinie und werden im spezifischen Format einer laienverständlichen Patientenleitlinie berücksichtigt.

Versorgungssektor:

ambulante und stationäre Versorgung sowie Rehabilitation

Patientenzielgruppe:

Patienten mit Seminom Stadium I, Nicht-Seminom Stadium I, metastasierte Keimzelltumoren, benigne Stroma-Tumoren, Keimzelltumoren in situ.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

 Die Suche nach Evidenz erfolgt in mehreren Schritten.
1. Zunächst wird eine Recherche nach internationalen evidenzbasierten Leitlinien erfolgen. Diese Recherche erfolgt über die gängigen Leitlinien-Datenbanken (G-I-N, NGC) und auf den Internetseiten bekannter nationaler und internationaler Institutionen, welche maßgeblich an der Leitlinienerstellung beteiligt sind (Z. B. NICE, SIGN, CCO, Oncoline, EAU, AUA). Auch die biomedizinische Literaturdatenbank Medline wird nach bestehenden Leitlinien durchsucht. Es werden Publikationen ab 2010 berücksichtigt. Gibt es mehrere Publikationen zu einer Leitlinie, wird die aktuellste Publikation berücksichtigt. Diese Informationen werden bewertet und dahingehend untersucht, ob sie für dieses Leitlinienprojekt genutzt und gegebenenfalls adaptiert werden können.
2. Für Schlüsselfragestellungen, die nicht durch Leitlinienadaptationen (wie unter Punkt 1 beschrieben) bearbeitet werden können, soll eine eigene Recherche nach Metaanalysen und systematischen Reviews erfolgen. Diese Recherche wird in Medline und der Cochrane Library durchgeführt. Die gefundenen Informationen werden bewertet und dahingehend untersucht, ob sie für dieses Leitlinienprojekt genutzt und gegebenenfalls adaptiert werden können.
3. Für Schlüsselfragen, für die keine ausreichende Evidenz (wie unter Punkt 1 und 2 beschrieben) zur Verfügung steht, soll eine systematische Recherche nach Primärliteratur erfolgen. Hierfür werden nach dem PICO Schema spezifische Literatursuchen kreiert und in den Datenbanken Medline und Cochrane Library durchgeführt. Die in den Recherchen gefundene Literatur wird nach zuvor von der Leitliniengruppe festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien ausgewählt. Die Evidenzgenerierung (Informationssuche, -auswahl, -bewertung und –synthese) erfolgt durch die UroEvidence@DGU Gruppe. Die Evidenztabellen werden ebenfalls von UroEvidence erstellt und dienen den Arbeitsgruppen als Grundlage für die Arbeitstexterstellung, welche in Kooperation mit UroEvidence erfolgt. Die Evidenztabellen und Arbeitstexte dienen den Arbeitsgruppen als Grundlage für die Entscheidung der Handlungsempfehlungen. Die Evidenzbewertung von Leitlinien erfolgt mittels des AGREE II Instruments. Systematische Reviews und Metaanalysen werden mit dem AMSTAR Instrument bewertet. Für Therapiestudien wird entweder das Cochrane Risk of Bias tool (randomisierte kontrollierte Studien) oder die SIGN checklist (für Kohortenstudien) verwendet. Diagnostikstudien werden mit dem QUADAS-2 Instrument bewertet, Prognosestudien mit dem PROBAST tool.  

Das Konsensusverfahren soll nach vorheriger Online-Abstimmung in themenbezogener Gruppenarbeit und nachfolgender Plenumssitzung erfolgen.
1. Die Empfehlungen werden von den einzelnen Arbeitsgruppen ausgearbeitet und dann in einer Online-Umfrage der gesamten Leitliniengruppe vorgelegt. Das Ergebnis der Online-Umfrage wird der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Konsensuskonferenz bereitgestellt.
2. Die Arbeitstexte werden in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von UroEvidence erstellt. Dieses gibt Zeitlinien vor und redigiert die eingereichten Texte.
3. In themenorientierten Arbeitsgruppen wird unter Mitarbeit eines AWMF-zertifizierten Leitlinienberaters parallel an verschiedenen Themenkomplexen gearbeitet. Dabei werden die vorliegenden Arbeitstexte und Empfehlungen nach Regeln des nominalen Gruppenprozesses unter Einbeziehung der Ergebnisse der Online-Umfrage diskutiert und abgestimmt.
4. Die durch die Arbeitsgruppen verabschiedeten Empfehlungen und Statements werden im Plenum durch alle Mandatsträger abgestimmt. Hierbei soll die Methode der amerikanischen NIH Anwendung finden:
- Vorstellung der Empfehlungsvorschläge
- Ggf. Klärung der Evidenzgrundlage durch das Plenum
- Abstimmung über Empfehlung und ihre Graduierung
- Ggf. bei fehlendem Konsens Diskussion
- Ggf. erneute Abstimmung  
Die Gruppenarbeit sowie die Plenumsabstimmung soll durch AWMF-zertifizierte Leitlinienberater moderiert werden; hierbei soll gemäß dem Leitlinienmanual der AWMF vorgegangen werden.
5. Als Nomenklatur für die Beschreibung der Empfehlungsgrade wird festgelegt:
- „soll“ / „soll nicht“ Starke Empfehlung, A
- „sollte“ / “sollte nicht“ Empfehlung, B
- „kann“ offen, 0
6. Die Konsensstärke wird gemäß dem AWMF Regelwerk definiert:
- Starker Konsens > 95 %
- Konsens > 75 – 95 %
- Mehrheitliche Zustimmung > 50 – 75 %
- Kein Konsens < 50 % 

Ergänzende Informationen:

Die Beteiligung von Patientenvertretern wird angestrebt. Interessierte Patienten(vertreter) sind aufgerufen, sich beim Leitliniensekretariat zu melden.

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe; weitere Informationen auch über das OL-Office (leitlinienprogramm[@]krebsgesellschaft.de)