Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 043 - 022OL
Klassifikation S3

Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms

Anmeldedatum:

01.04.2016

Geplante Fertigstellung:

28.02.2018

Gründe für die Themenwahl:

In Deutschland ist das Prostatakarzinom beim Mann der häufigste bösartige Tumor. Im Jahre 2010 erkrankten etwa 64.000 Männer neu an diesem Tumor. Schätzungsweise 11.135 verstarben in diesem Zeitraum in Deutschland daran. Damit stellt das Prostatakarzinom nach dem Bronchialkarzinom und dem kolorektalen Karzinom unter den Krebstodesursachen beim Mann die dritthäufigste Entität dar. Der Tumor ist eine ausgesprochene Alterserkrankung, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr ist das Prostatakarzinom selten [1].

Die "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" (2. Aktualisierung) [2] wurden im Oktober 2014 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie in der Version 3 vorgestellt. Sie ist ein wichtiger Meilenstein in der Prostatakrebstherapie, die bei der Therapieentscheidung einen Fokus auf Patientenpräferenzen legt und beim frühen Prostatakarzinom auch defensive Strategien empfiehlt. Als so genannte "Living Guideline" soll die S3-Leitlinie kontinuierlich aktualisiert werden. Bei der ersten und zweiten Aktualisierung der S3-Leitlinie wurden jeweils in etwa 10 spezifische Fragestellungen bearbeitet. Im Rahmen der anstehenden Aktualisierungen soll die Leitlinie komplett überarbeitet werden. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Die interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms ist ein evidenz- und konsensbasiertes Instrument, um Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms zu verbessern.

Männer und Ärzte sollen durch die Leitlinie bei der Entscheidung über Früherkennungsmaßnahmen unterstützt werden. Die Leitlinie soll dazu beitragen, eine angemessene Information und Förderung der informierten Entscheidung bei der Früherkennung sicherzustellen. Es ist weiterhin die Aufgabe der Leitlinie, Patienten (mit Verdacht auf Prostatakarzinom oder nachgewiesenem Prostatakarzinom) angemessene, wissenschaftlich begründete und aktuelle Verfahren in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation anzubieten. Dies gilt sowohl für die lokal begrenzte oder lokal fortgeschrittene Erkrankung als auch bei Vorliegen eines Rezidivs oder von Fernmetastasen.

Die Leitlinie soll neben dem Beitrag für eine angemessene Gesundheitsversorgung auch die Basis für eine individuell zugeschnittene, qualitativ hochwertige Therapie bieten. Mittel- und langfristig sollen so die Morbidität und Mortalität von Patienten mit Prostatakarzinom gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden. Durch die Implementierung leitliniengerechter Behandlung sollen unerwünschte Folgen der Prostatakarzinombehandlung minimiert werden. Kurz- und Langzeitfolgen, insbesondere die Rate an Patienten mit erektiler Dysfunktion, Inkontinenz und Darmschädigung (u.a. Proktitis) werden für jedes primäre Behandlungsverfahren Prostatakarzinoms verständlich dargestellt um die gemeinsame Therapieentscheidung zu unterstützen.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, MSc

Office des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege in der DKG (KOK)

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS

Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie (PRIO) der DKG

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU)

Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)

Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. M. Wirth

Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie
Universitätsklinik ”Carl Gustav Carus”
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 74
01307 Dresden

Tel.: 0351-4582447

Fax.: 0351-4584333

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. M. Wirth

Adressaten:

Die Empfehlungen richten sich an alle Betroffenen und alle Berufsgruppen, die mit der Prävention und Früherkennung von Prostatakarzinom befasst sind sowie alle Berufsgruppen, die Patienten mit Verdacht auf bzw. mit nachgewiesenem Prostatakarzinom jeglichen Stadiums behandeln, oder deren Angehörige betreuen. Weitere Adressaten dieser Leitlinie sind übergeordnete Organisationen (z. B. Krankenkassen und Einrichtungen der ärztlichen Selbstverwaltung) und die interessierte Fachöffentlichkeit.

Versorgungssektor:

Ambulanter und stationärer Bereich sowie Rehabilitation.

Patientenzielgruppe:

Patienten mit Verdacht auf bzw. mit nachgewiesenem Prostatakarzinom jeglichen Stadiums.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Nach Abstimmung der Schlüsselfragen (PICO-Fragen) mit der Leitliniengruppe werden diese in der Datenbank Medline über Pubmed, ggf. EMBASE und in der Cochrane-Datenbank nach den Methoden der EbM systematisch recherchiert. Falls für die Fragestellung erforderlich, wird die systematische Recherche durch die Suche in Leitlinien-Datenbanken ergänzt. Die nach Titel-/Abstract- und Volltextsichtung identifizierte Literatur wird methodisch mit SIGN bzw. DELBI bewertet. Die Evidenzrecherche und -bewertung werden vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der beteiligten Fachgesellschaften in enger Zusammenarbeit durchgeführt. Die klinische Beurteilung der bewerteten Evidenz wird durch die beteiligten Vertreter der Fachgesellschaften und durch die Patientenvertreter vorgenommen. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin leistet wissenschaftliche und organisatorische Unterstützung bei der Leitlinienerstellung.

Voraussichtlich werden einige dringend zu aktualisierende Fragestellungen im Rahmen einer Aktualisierung bereits 2016 bearbeitet und die restlichen Fragestellungen im Rahmen einer umfassenderen Aktualisierung bis 2017.

Konsensusfindung

Anhand der bewerteten Evidenz werden Empfehlungsentwürfe (inklusive Grad der Empfehlung) durch die einzelnen Arbeitsgruppen erstellt. Bei zwei Konsensuskonferenzen werden die Entwürfe diskutiert, klinisch bewertet und abgestimmt. Als Verfahren wird in den Gruppen der nominale Gruppenprozess eingesetzt. Die finale Konsentierung im Plenum unter Beteiligung aller stimmberechtigten Mandatsträger erfolgt mittels anonymer Abstimmung mit TED-System. Ggf. kann es erforderlich sein, Empfehlungen im schriftlichen Umlaufverfahren abzustimmen. Hierfür wird die Delphi-Technik angewendet.

Ergänzende Informationen:

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe; weitere Informationen auch über das OL-Office
leitlinienprogamm@krebsgesellschaft.de