Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 032 - 045OL
Klassifikation S3

Mammakarzinom der Frau; Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge

Anmeldedatum:

10.04.2015

Geplante Fertigstellung:

30.06.2017

Gründe für die Themenwahl:

Die Gültigkeitsdauer der überarbeiteten Version der S3-Leitlinie von 2012 wurde auf drei Jahre festgelegt. Rationalen für die erneute Überarbeitung sind neben der unveränderten epidemiologischen Bedeutung des Mammakarzinoms die Verfügbarkeit neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gerade im therapeutischen Sektor, wie der adjuvanten System- und Lokaltherapie, wird  aufgrund des sich exponentiell entwickelnden Wissenszuwachses ein erneuter Überarbeitungszyklus notwendig sein.

Qualitative und quantitative Analysen zur Ergebnisqualität zertifizierter Brustzentren zeigen in verschiedenen Versorgungsforschungsprojekten eine klare Korrelation zwischen leitlinienkonformen Vorgehen und Verbesserung der onkologischen Endpunkte (inkl. Überleben) (Schwentner et al. Breast Cancer Research and Treatment 2012, Wöckel et al., Annals of Oncology 2014). Gleichzeitig zeigen diese Analysen, dass bestimmte Kollektive besonders häufig von Leitlinienabweichungen betroffen sind (z.B. Patientinnen mit hohem Alter oder Triple-negativer Tumorbiologie). Grund hierfür sind vermutlich v.a. fehlende oder unklare explizite Empfehlungen. Ziel wird es sein, diese von Leitlinienabweichungen häufig betroffenen Patientinnen-Kollektive klar zu definieren und den Leitlinienautoren zu reflektieren, damit hier optimierte Empfehlungen über eine erhöhte Leitlinienkonformität zu einem besseren Outcome führen. Somit kann die Überarbeitung durch eine direkte Rückkopplung aus der Versorgung bzw. der Versorgungsforschung  optimiert werden.

Die Verbesserung des Wissens über die Erkrankung bei Nichtbetroffenen und Patientinnen ist ein wichtiges Ziel, für das ein deutliches Verbesserungspotential besteht. Es ist eine Voraussetzung für die Befähigung von Frauen, an Therapieentscheidungen teilzunehmen. Gerade im Bereich Brustkrebs ist eine Flut von Informations- und Aufklärungsmaterial erhältlich, deren Qualität überwiegend als mangelhaft bewertet wird (Albert, US et al. 2003). Im Rahmen des OL Programms wurden verschiedene Versionen der Patientenleitlinie erstellt, welche im Rahmen der anstehenden Überarbeitung angepasst werden.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Ziele der S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms wurden aus der Ursprungsversion und den ersten beiden Aktualisierungen beibehalten und für die dritte Neuauflage ergänzt bzw. konkretisiert:

  • Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse evidenzbasierter Medizin und anerkannter Behandlungskonzepte
  • Berücksichtigung der Erkenntnisse aus disseminierten Leitlinien und der flächendeckenden Erfassung der leitlinienbasierten Qualitätsindikatoren in der Aktualisierung und Umsetzung der Leitlinie
  • Unterstützung der Einbindung der Patientinnen in Therapieentscheidungen und Positionierung ihrer individuellen Bedürfnisse
  • flächendeckende Umsetzung einer multidisziplinären, qualitätsgesicherten und sektorenübergreifenden Versorgung des Mammakarzinoms
  • konkretes Hinwirken auf Verbesserungen hinsichtlich einer bedarfsgerechten und qualitätsgesicherten psychosozialen Betreuung und Rehabilitation
  • Unterstützung der Dokumentation von Epidemiologie und Verläufen von Brustkrebserkrankungen durch klinische Krebsregister
  • systematische Berücksichtigung der Empfehlungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung und in Qualitätsmanagementsystemen
  • systematische Berücksichtigung der Empfehlungen und daraus abgeleiteten Qualitätsindikatoren in Zertifizierungsverfahren von Brustzentren, Krebsregistern sowie der externen, vergleichenden Qualitätssicherung und Vereinheitlichung der Dokumentationsanforderungen.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann, MPH, MSc

für das OL-Programm von DKG, DKH und AWMF,
Office des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH
Berlin

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Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Onkologie der DKG, CAO

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie der DKG, AGO

Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie der DKG, AIO

Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS

Berufsverband für Frauenärzte (BVF)

Berufsverband Deutscher Pathologen

Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten e.V. (BVDST)

Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

Tumorregister München (TRM)

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege der DKG, KOK

Koordinatorin der Zentren für erbl. Brust- und Eierstockkrebs

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT)

Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.

Arbeitsgemeinschaft für Ultraschalldiagnostik in Gynäkologie und Geburtshilfe (ARGUS)

Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. (BFBD)

BRCA-Netzwerk e. V.

Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (OEGGG)

Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG)

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. A. Wöckel

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. A. Wöckel

Universitätsklinikum Würzburg
Josef-Schneider-Straße 2
97080 Würzburg

 

Prof. Dr. Rolf Kreienberg

Adressaten:

Die Empfehlungen der Leitlinie richten sich an alle Ärzte und Angehörige von Berufsgruppen, die mit der Versorgung von Bürgerinnen im Rahmen der Früherkennung und Patientinnen mit Brustkrebs befasst sind (Gynäkologen, Allgemeinmediziner, Radiologen, Pathologen, Radioonkologen, Hämatoonkologen, Psychoonkologen, Physiotherapeuten, Pflegekräfte etc.) und alle an Brustkrebs erkrankten Frauen sowie deren Angehörige.

Weitere Adressaten sind:

  • medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften und Berufsverbände
  • Interessenvertretungen der Frauen (Frauengesundheitsorganisationen, Patienten- und Selbsthilfeorganisationen)
  • Qualitätssicherungseinrichtungen und Projekte auf Bundes- und Länderebene
  • gesundheitspolitische Einrichtungen und Entscheidungsträger auf Bundes- und Länderebene
  • die Vertragsverantwortlichen von DMP-Programmen und Integrierten Versorgungsverträgen
  • Kostenträger, 
  • sowie die Öffentlichkeit zur Information über gute medizinische Vorgehensweise.

Versorgungssektor:

Der Anwendungsbereich der Leitlinie umfasst den ambulanten und stationären Versorgungssektor sowie die Rehabilitation.

Patientenzielgruppe:

PatientInnen mit kutanem und mukosalem Melanom im Primärstadium, lokoregional begrenzten sowie metastasierten Stadium. Schleimhaut- sowie Aderhautmelanome wurden nicht berücksichtigt. Fragestellungen zur Früherkennung wurden in der S3-Leitlinie „Prävention von Hautkrebs“ bearbeitet.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Die Organisation, Vorbereitung und Steuerung der Logistik bzw. die Zusammenarbeit der einzelnen klinischen Experten erfolgt über die Koordinatoren und die Steuergruppe. Alle medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen, die bereits die ersten Versionen entwickelt hatten, werden im Rahmen des Aktualisierungsprozesses reaktiviert und gebeten, Experten als Mandatsträger zu ihrer Vertretung in den Abstimmungsprozessen zu benennen, um eine entsprechende Multidisziplinarität und Professionalität zu gewährleisten.  

Geplant ist die Überarbeitung der Leitlinie nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Hierzu werden zu zuvor priorisierten Schlüsselfragen systematische Recherchen durchgeführt. Die Recherchestrategie erfolgt dreistufig als 1. Leitlinienrecherche, 2. Recherche aggregierter Evidenz und 3. Primärrecherche. Schritt 2 bzw. Schritt 3 erfolgen nur, falls erforderlich. Die systematische Leitlinienrecherche wird in der Leitliniendatenbank des Guidelines International Network (GIN) vorgenommen mit Abgleich der in der aktuellsten Leitlinien-Synopse des IQWiG zum Thema Brustkrebs berücksichtigten Leitlinien. Thematisch relevante, aktuelle Leitlinien der letzten 3 Jahre werden mit DELBI (Domäne 3+6) bewertet und die Möglichkeit der Übernahme von Leitlinienempfehlungen (bzw. die Bestätigung bereits bestehender Empfehlungen durch die internationalen Empfehlungen geprüft. 

Für die systematische Literaturrecherche werden aktuelle methodisch und thematisch relevante Publikationen nach festgelegten Ein- und Ausschlusskritierien ausgewählt. Die Recherche erfolgt in den medizinischen Datenbanken Medline (via Pubmed), den Datenbanken der Cochrane Library und ggf. BIOSIS, Previews, CDSR, ACP Journal Club, CINHAL.  

Bei der Überarbeitung der Leitlinie wird als Grundlage zur Evidenzdarlegung die Evidenzklassifikation des „Oxford Centre for Evidence Based Medicine“ angewendet. Die Empfehlungen werden im Folgenden entsprechend der Konsistenz der Studienergebnisse, des Nutzen-Risiko-Verhältnisses, der klinischen Relevanz der Studienendpunkte und Effektstärken von der Leitliniengruppe formuliert und unter methodischer Supervision entsprechend graduiert.  

Unterschiedliche fachspezifische Ansichten zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms zwischen den Experten werden durch formale, Konsensusverfahren zusammengeführt. Hier werden Techniken des Nominalen Gruppenprozesses (NGP), Delphi- Technik und formale Konsensuskonferenzen eingesetzt. Neben studiengestützen Empfehlungen mit unterschiedlich gewichteten Graden werden somit auch Statements als Resultat der strukturierten Konsensusfindung im Sinne einer „good clinical practice“ durch die interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe formuliert, bevor die beteiligten Fachgesellschaften einer Publikation zustimmen.

Ergänzende Informationen:

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, DKG und DKH (www.leitlinienprogramm-onkologie.de)