Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 032 - 035OL
Klassifikation S3

Maligne Ovarialtumore; Diagnostik, Therapie und Nachsorge

Anmeldedatum:

29.12.2016

Geplante Fertigstellung:

31.10.2018

Gründe für die Themenwahl:

Die Gültigkeitsdauer der ersten Version der S3-Leitlinie von 2013 wurde auf 3 Jahre festgelegt. Die Rationale für die Überarbeitung resultiert aus der regelmäßigen Verfügbarkeit neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, die sich aus dem Abschluss von Therapiestudien entwickelt, die zu einer Veränderung des Therapieverhaltens führen werden.
Beispielhaft sei hier die Einführung von PARP-Inhibitoren in der Erhaltungstherapie des platinsensiblen Rezidivs zu nennen.
Darüber hinaus besteht ein Anpassungsbedarf durch Änderung der FIGO Klassifikation, welche im Nachgang zur Publikation der Leitlinie implementiert wurde. Daneben bestehen jedoch bei der Therapie des Ovarialkarzinoms weite Bereiche, wo von einer umfassenden Stabilität der Empfehlungsgrundlage auszugehen ist und diese jeweils auf den aktuellsten Stand der Publikationslage gebracht werden muss.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren“ ist ein evidenz- und konsensusbasiertes Instrument zur Versorgung der Patientinnen mit Borderlinetumoren und bösartigen Eierstockstumoren einschließlich der Keimstrang-Stroma und Keimzelltumoren. Sie dient dazu, den Patientinnen dem jeweiligen Stand der Erkrankung angemessene, wissenschaftlich begründete, aktuelle und wirtschaftliche Verfahren in der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation anzubieten. Die durch die Delegierten der Fachgesellschaften und Studiengruppen für die nationale S3-Leitlinie festgelegten Empfehlungen und Statements basieren dabei insbesondere auf methodisch hochwertigen Publikationen. Bei der Erarbeitung dieser nationalen S3-Leitlinie wurden Aussagen und Empfehlungen einer Reihe von internationalen Leitlinien eingearbeitet. Die Ergebnisse internationaler Studien und Metaanalysen zur Diagnostik und Therapie wurden berücksichtigt. Um die Transparenz des Entstehungsprozesses der Leitlinie und die zugehörige Evidenz darzulegen, sind sämtliche Empfehlungen und Statements mit den zugrunde liegenden Literaturstellen, Levels of Evidence (LOE) und Empfehlungsgraden nachvollziehbar verknüpft.
Die Leitlinie soll Grundlagen für handlungsrelevante ärztliche Entscheidungsprozesse liefern. Die Leitlinie soll dazu beitragen, eine angemessene Gesundheitsversorgung in der Diagnostik und Therapie maligner Ovarialtumoren zu garantieren und die Basis für eine individuell adaptierte, qualitätsgesicherte Therapie bieten. Die S3-Leitlinie soll eine flächendeckende Umsetzung einer interdisziplinären, qualitätsgesicherten und sektorübergreifenden Therapie maligner Ovarialprozesse ermöglichen. Ziel ist es dabei, die Diagnosekette und die stadiengerechte Therapie bei der Ersterkrankung als auch beim Rezidiv zu optimieren. Dadurch sollen mittel- und langfristig die Mortalität der Patientinnen mit malignen Ovarialtumoren gesenkt und deren Lebensqualität erhöht werden.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, Msc

i.A. des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH
Berlin

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für EndokrinologieVisitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie Österreich (AGO AT)

Berufsverband für Frauenärzte (BVF)

Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

Nord-Ostdeutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO)

Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG)

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Koordinierungszentrum für klinische Studien, Philipps Universität Marburg

Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. (DMG)

Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie der DKG, AGO

AGO Studiengruppe

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege der DKG, KOK

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. Uwe Wagner

Koordinator, DGGG
Uni-Frauenklinik
Baldingerstraße
35043 Marburg

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. Uwe Wagner

(Marburg)

Adressaten:

Die Empfehlungen richten sich an die behandelnden ärztlichen Fachkollegen (Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Palliativmedizin, Radiologie, Strahlentherapie, Innere Medizin, Chirurgie, Pathologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Hämatologie sowie praktische Ärzte und Ärzte ohne Gebietsbezeichnung) sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich sowie in der Rehabilitation, Pflegeberufe und weitere medizinische Partner in der Behandlung der Patientinnen mit malignen Ovarialtumoren. Durch die eigenständigen Themenkomplexe Screening und Nachsorge sind auch niedergelassene Ärzte wichtige Adressaten der Leitlinie. Darüber hinaus soll sie Betroffenen und Ratsuchenden zur Orientierung dienen und eine Grundlage für die im Aufbau befindlichen Gynäkologischen Krebszentren bilden.

Versorgungssektor:

Als Versorgungsbereich für die Leitlinie gilt sowohl der ambulante als auch der stationäre Versorgungssektor.

Patientenzielgruppe:

Die Zielorientierung der Leitlinie umfasst die Beratung von Hochrisikogruppen, die Diagnostik, die operative und systemische Therapie der frühen und fortgeschrittenen Stadien, sowie die Behandlung seltener histologischer Subtypen. Großer Wert wird auf die Nachsorge, Rehabilitationsmaßnahmen, palliative Therapie und psychoonkologische Betreuung gelegt. 

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Angestrebt wird die Umsetzung eines Living-Guideline-Konzepts. Hierzu wird Leitliniengruppe durch die Zuarbeit der Kommission Ovar unterstützt. Aus der Kommission Ovar heraus werden kontinuierlich Vorschläge zur Überarbeitung und Aktualisierung von einzelnen Empfehlungen vorbereitet. Diese werden dann in den üblichen Recherche- und Bewertungsprozess und das anschließende formale Konsensusverfahren (wie in der Vorversion) eingebracht.

Die Recherchestrategie erfolgt 3-stufig als
1. Leitlinienrecherche.
2. Recherche aggregierte Evidenz.
3. Primärrecherche.
Die systematische Leitlinienrecherche wird in der Leitliniendatenbank des Guideline International Network vorgenommen mit Abgleich der bereits bestehenden Leitliniensynopse. Thematisch relevant und aktuelle Leitlinien werden mit Delbi bewertet und die Möglichkeit der Übernahme von Leitlinienempfehlungen geprüft.

Für die systematische Literaturrecherche werden für die bereits existierenden Themenfelder bestehenden Suchstrings, die in dem Methodenreport zur Erstellung der Leitlinie in der Version 2013 festgelegt ist, verwendet. Dies ist möglich, da die eigentlich klinisch relevanten Themenschwerpunkte keine relevante Suchänderung erfahren und können daher kontinuierlich verwendet werden.
Die Recherche erfolgt in den medizinischen Datenbanken MED Line, via Pub Med, den Datenbanken der Cochranelibrary und ggf. andere.

  • Der Suchzeitraum wird ab 2013 und dann kontinuierlich in entsprechenden Intervallen durchgeführt. 
  • Die Bewertung erfolgt analog zu dem im Leitlinienreport 2013 festgelegten Kriterien und wird dem entsprechend um neuere Ergebnisse von RCT•Ls ergänzt.
  • Die methodische Bewertung wird dann über das KKS Marburg vorbereitet und der Leitliniengruppe zur Verfügung gestellt 
Weitere Kernelemente der Methodik sind:
  • Konsensuskonferenz(en) und nominale Gruppenprozesse, ggf. Delphi-Abstimmungen 
  • Extraktion der eingeschlossenen Studien in Evidenztabellen 
  • Öffentliches Konsultationsverfahren

Ergänzende Informationen:

Es erfolgen jährliche Aktualisierungen der Leitlinie (siehe Methodik oben).  
Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe; weitere Informationen auch über das OL-Office (leitlinienprogramm[@]krebsgesellschaft.de)