Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 032 - 022OL
Klassifikation S3

Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut

Anmeldedatum:

21.01.2016

Geplante Fertigstellung:

31.05.2018

Gründe für die Themenwahl:

Das Plattenepithelkarzinom der Haut (PEK) ist nach dem Basalzellkarzinom der häufigste maligne Hauttumor und nimmt mit einer Inzidenzrate von 80-100 pro 100.000 Einwohner weiterhin stark zu. Um ein Vielfaches häufiger sind die Vorstufen des PEK, aktinische Keratosen (AK), die auch als In-Situ-Plattenepithelkarzinome angesehen werden. Es gibt zum PEK eine S2k-Leitlinie, die 12/1997 erstellt und 12/2013 überarbeitet wurde. Die nächste Überprüfung war für 05/2016 geplant. Zur AK gibt es eine S1-Leitlinie, die am 06.12.2011 erstellt wurde. Die nächste Überprüfung dieser Leitlinie war für 12/2015 geplant. Eine Aktualisierung und ein Upgrade der beiden bestehenden deutschen Leitlinien zu AK und PEK werden aus folgenden Gründen als dringend notwendig angesehen:

  • Zunahme der Inzidenz und insgesamt sehr hohe Prävalenz mit vielen Millionen Betroffenen mit AK deutschlandweit
  • Vorliegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse (z.B. neu publizierte Ergebnisse klinischer Studien mit mehreren Neuzulassungen von Therapien)
  • Bedarf einer systematischen Aufarbeitung der klinischen Studien bezüglich Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Nachhaltigkeit einer Vielzahl von in der Praxis verwendeten therapeutischen Methoden mit Einordnung nach den Regeln der Evidenz-basierten Medizin
  • Einbindung bislang nicht berücksichtigter Themengebiete:
    - Nicht-invasive Diagnostik (z.B. optische Kohärenztomographie (OCT), konfokale Laserscanmikroskopie (CLSM)
    - UV-induzierter Hautkrebs als Berufskrankheit (Anerkennung BK Nr. 5103 seit 01.01.2015)
  • Vereinheitlichung der Klassifizierung (Definition In-Situ-Carcinom)

Die Aktualisierung der Leitlinie und ihre Anhebung auf eine höhere Qualitätsstufe sind dringend erforderlich, um angesichts des steigenden Bedarfs und der Vielfalt an Therapieoptionen den behandelnden Ärzten sowie auch den Patienten eine Orientierungshilfe und praktische Empfehlungen zu geben.  

Aufgrund der in Deutschland im Vergleich zu Europa und USA unterschiedlichen gesetzlichen und versorgungstechnischen Voraussetzungen und Zulassungen ist eine 1:1-Übertragbarkeit der international entwickelten Leitlinien nicht gegeben.

Zielorientierung der Leitlinie:

Ziel der S3-Leitlinie „Aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinom der Haut“ ist es, den dermatologisch und onkologisch tätigen Ärzten in Praxis und Klinik eine akzeptierte, evidenzbasierte Entscheidungshilfe für die Auswahl sowie Durchführung von geeigneten Maßnahmen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Formen des hellen Hautkrebses zur Verfügung zu stellen. Die systematische Darstellung von Studienergebnissen hinsichtlich Nutzen und Risiken soll Ärzte wie auch Patienten in der Entscheidungsfindung unterstützen. Die Leitlinie soll Qualitätsstandards setzen und damit langfristig die Versorgung von Hautkrebspatienten verbessern.

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, Msc

Berlin
i.A. des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der DDG und DKG (mit-federführend)

Bundesverband Deutscher Dermatologen, BVDD

Arbeitsgemeinschaft chirurgische Onkologie (CAO) der DGCH

Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC)

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Histologie, ADH

Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsökonomie und Evidenz-basierte Medizin der DDG (AGED)

Arbeitsgemeinschaft für Physikalische Diagnostik in der Dermatologie (ApDD)

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V., ADP

Arbeitsgemeinschaft Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgische Onkologie der DKG, AHMO

Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie der DKG, AIO

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Arbeitsgemeinschaft für radiologische Onkologie der DKG, ARO

Selbsthilfegruppe Hautkrebs

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Claus Garbe

Ärztlicher Leiter der Sektion für Dermatoonkologie
Universitäts-Hautklinik
Liebermeisterstr. 25
72076 Tuebingen

Tel.: 07071-298 7110

Fax.: 07071-29 51 87

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Koordination:

Prof. Dr. med. Carola Berking

Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Klinikum der Universität München
Frauenlobstr. 9-11
80337 München

Tel.: 089-4400-56225

Fax.: 089-4400-56226

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Prof. Dr. med. Claus Garbe

Adressaten:

Die S3-Leitlinie „Aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinom der Haut“ richtet sich an Dermatologen, Hausärzte (hausärztlich tätige Fachärzte für Allgemeinmedizin, Internisten, praktische Ärzte und Ärzte ohne Gebietsbezeichnung), HNO-Ärzte, Chirurgen (Allgemeinchirurgen, MKG-Chirurgen, plastische Chirurgen), internistische Onkologen, Radiologen und Strahlentherapeuten in Klinik und Praxis und andere medizinische Fachrichtungen, die an der Diagnostik und Therapie von Patienten mit hellem Hautkrebs beteiligt sind. Die Leitlinie richtet sich außerdem an betroffene Patienten sowie deren Angehörige. Des Weiteren soll sie Kostenträgern und politischen Entscheidungsträgern zur Orientierung dienen.

Versorgungssektor:

Die Leitlinie betrifft überwiegend den ambulanten Versorgungssektor, v.a. was die Prävention, Diagnostik und Therapie von AK und umschriebenen PEK sowie deren Nachsorge angeht. Der stationäre Versorgungssektor ist betroffen für PEK an anatomisch-chirurgisch schwierigen Stellen, mit großer Ausdehnung oder bei Risikopatienten sowie für PEK im metastasierten Stadium.

Patientenzielgruppe:

Die Leitlinie richtet sich an Patienten mit AK und/oder PEK der Haut sowie an Patienten, die für diese Tumoren besonders gefährdet sind, wie alte Patienten mit heller Haut, Patienten mit UV-belasteter Haut, Patienten mit berufsbedingt hoher UV-Belastung, immunsupprimierte Patienten (z.B. Organtransplantierte, HIV-Infizierte, schwer chronisch-entzündlich Erkrankte)

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Geplant ist eine komplette Überarbeitung der bestehenden Leitlinien zu PEK und AK mit Formulierung neuer Schlüsselfragen und unter Hinzunahme neuer Themenbereiche (z.B. nicht-invasive Diagnostik, Tageslicht-PDT, Hautkrebs als Berufskrankheit): Kernelemente der Methodik sind:

  • Konsensuskonferenz(en) und nominale Gruppenprozesse, ggf. Delphi-Abstimmungen
  • Evidenzbasierung entsprechend den Methoden der evidenzbasierten Medizin: Nutzung von evidenzbasierten Leitlinien, systematische Übersichtsarbeiten, Meta-Analysen, HTA Berichten und Primärstudien entsprechend a priori definierter Schlüsselfragen (PICOS)
  • Suchen in Medline, Embase, Cochrane Library und CancerLit sind geplant. Klassifikation der Evidenz nach Oxford 2011,
  • Extraktion der eingeschlossenen Studien in Evidenztabellen
  • Öffentliches Konsultationsverfahren

Ergänzende Informationen:

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe; weitere Informationen auch über das OL-Office (leitlinienprogramm[@]krebsgesellschaft.de)