Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 010 - 007
Klassifikation S3

Primärer und sekundärer Pneumothorax

Anmeldedatum:

10.08.2013

Geplante Fertigstellung:

09.08.2018

Gründe für die Themenwahl:

Der Pneumothorax ist ein verbreitetes Krankheitsbild, welches in Deutschland als primärer Spontanpneumothorax (PSP) bei Männern in 18-28/100.000, bei Frauen in 1,2-6/100.000 auftritt. Als sekundärer Pneumothorax (SSP) ist die Häufigkeit etwas geringer (Männer 6 /100.000, Frauen 2/100.000).  

Die Rezidivraten des primären Pneumothorax schwanken zwischen 16-52 % beim Erstereignis, nach bereits erlittenem Pneumothorax treten erneute Rezidive in 62-80 % auf.  

Aus diesen Zahlen ergibt sich eine Häufigkeit von etwa 11.000 bis 17.000 Erstereignissen pro Jahr, so dass der Pneumothorax ein Krankheitsbild ist, dem sich viele Ärzte und Patienten stellen müssen.  

Bei 2.087 Krankenhäusern in Deutschland (Statistik 2007) wird jedes Krankenhaus durchschnittlich 5-6 x pro Jahr mit diesem Krankheitsbild konfrontiert. Dies geschieht häufig in der Notfallambulanz, häufig von Ärzten im Ausbildungsstatus, häufig bei Patienten, die sich dann zum ersten Mal akut mit dem Krankheitsbild auseinander setzen müssen.  

Die medizinische Versorgung wird z.T. sehr unterschiedlich durchgeführt mit unter Umständen erheblichen Folgen für den Betroffenen, insbesondere hinsichtlich thorakaler Schmerzen. Neuere, komplikations- und schmerzärmere Applikationsformen der Anlage von Thoraxdrainagen in Seldinger-Technik sind z.T. wenig bekannt. Bislang lag für die Versorgung von Patienten mit Pneumothorax eine S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie aus dem Jahr 2000 vor.  

Aus diesen Gründen erscheint die Implementierung einer interdisziplinären aktuellen evidenzbasierten Leitlinie notwendig.

Zielorientierung der Leitlinie:

Die vorzulegende interdisziplinäre S3-Leitlinie soll als evidenz- und konsensbasiertes Instrument klare Empfehlungen in Diagnostik und Therapie des primären und sekundären Spontanpneumothorax geben. Sie soll in folgendem Geltungsbereich wirken:      

Patienten ab 18. Lebensjahr mit :

  • primärem Spontanpneumothorax                                   
  • sekundärem Spontanpneumothorax                                    
  • iatrogenem Pneumothorax  

Die Leitlinie nimmt nicht Stellung zu Pneumothorax bei Kindern, postoperativen Pneumothorax sowie zum traumatischen Pneumothorax (entsprechend auch keine Überschneidung mit der S3-LL-Polytrauma).    

Insbesondere soll die Leitlinie zu folgenden Fragen Stellung beziehen:  

  • Angemessene radiologische Diagnostik des primären und sekundären Spontanpneumothorax bei Erst- und Zweitereignis in Abhängigkeit vom Lebensalter.  
  • Drainagenmanagement beim Erstereignis eines primären Spontanpneumothorax in Abhängigkeit der Pneumothoraxgröße.  
  • Operationsmanagement beim Rezidiv zur Vermeidung weiterer Rezidive.  
  • pannungspneumothorax  
  • Pneumothorax in besonderen Situationen: COPD  
  • Schwangerschaft
  • Lymphangioleiomyomatose

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr.med. E. Stoelben

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Gesellschaft für Radiologie

Leitliniensekretariat:

Dr. med. J. Schnell

Lungenklinik Köln- Merheim
Ostmerheimerstrasse 200
51109 Köln

Tel.: 0221-8907-13156

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. med. E. Stoelben

Tel.: 0221-8907-8640

e-Mail senden

 

Dr. med. J. Schnell

Adressaten:

Ambulanzärzte, Chirurgen, Internisten, Allgemeinmediziner, Radiologen

Patienten mit Pneumothoraxrezediv

Versorgungssektor:

Ambulant/stationär/teilstationär

Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Rezidivprophylaxe,

rimärarztliche/spezialisierte Versorgung

Patientenzielgruppe:

Erwachsene

Schwangere, COPD, LAM, Mukoviszidose (zystische Fibrose),  tuberöse Sklerose

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

1. iterative hierarchische Recherche (1. Suche nach Leitlinien, 2. Aggregierter Evidenz, 3. Primärliteratur)

2. nominaler Gruppenprozeß

Ergänzende Informationen:

Patientenverbände bzw. Selbsthilfegruppen für Pneumothorax existieren nicht.

BTS Guidelines: MacDuff et al: Management of spontaneous pneumothorax Thorax 2010;65 (Suppl 2):ii18-ii31.  

S1 Leitlinie Pneumothorax von 2000 der DGT AWMF-Leitlinien-Register Nr. 010/007 Entwicklungsstufe: 1 nicht aktualisiert  

Management of Spontaneous Pneumothorax*: An American College of Chest Physicians Delphi Consensus Statement Chest, February 2001, Vol 119, No. 2