Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 007 - 100OL
Klassifikation S3

Mundhöhlenkarzinom, Diagnostik und Therapie

Anmeldedatum:

31.08.2017

Geplante Fertigstellung:

31.12.2019

Gründe für die Themenwahl:

Der Aktualisierungsbedarf der S3 Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms“ begründet sich wie folgt: Der vorliegende Aktualisierungsentwurf soll den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Literatur und Ergebnisse internationaler Studien abbilden. Neben der systematischen Recherche und Bewertung aktueller Primärstudien sollen die Empfehlungen der aktualisierten SIGN 90 Leitlinie des National Health Service (NHS) Schottland, welche bereits in der Primärversion als Quell-Leitlinie verwendet wurde, eingearbeitet werden. Konkrete neue Fragestellungen, die durch eine de novo - Recherche mit dem neuesten Stand der Literatur beantwortet werden sollen, betreffen folgende Themenkomplexe:
1. Welche Bedeutung hat der Nachweis einer Infektion mit HPV-16 für die Therapie des Mundhöhlenkarzinoms?
2. Welche Bedeutung hat das PET/CT für die Beurteilung der Halslymphkoten nach erfolgter konservativer Therapie?
3. Welche Bedeutung hat die "targeted therapy" in der Behandlung des Mundhöhlenkarzinoms?
4. Welche Bedeutung haben CAD/CAM-Verfahren in der Rekonstruktion knöcherner Kieferabschnitte nach ablativer Tumorchirurgie?
5. Welche Indikationen zur Neck dissection gelten bei Karzinomen des Oberkiefers oder der Lippen?
6. Kann die molekulare Diagnostik die Prognose des Mundhöhlenkarzinoms verbessern? Das partielle Update ist zwingend erforderlich, um die Aktualität der Leitlinie zu erhalten und sowohl behandelnden Ärzten als auch Patienten eine Orientierungshilfe und praktische Empfehlungen zu geben.

Zielorientierung der Leitlinie:

Es ist das Ziel dieser Leitlinie, durch Implementierung der in den letzten Jahren möglich gewordenen Fortschritte in Diagnostik und Therapie, etwa bei der Bildgebung, der molekularen Diagnostik oder den rekonstruktiven Verfahren, die Perspektive der Patienten zu optimieren. Ein adäquates interdisziplinäres Vorgehen ist entscheidend, um eine Prognoseverbesserung und auch eine verbesserte posttherapeutische Lebensqualität erreichen zu können. Mit dem vorliegenden Entwurf eines Updates der 2012 erschienenen Leitlinie "Diagnose und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms" soll das hiermit zur Verfügung stehende Instrument, das die Grundlagen für klare, behandlungsrelevante Entscheidungsprozesse liefert, weiter verbessert werden. Die aktualisierte Leitlinie soll dazu beitragen, dass die Therapie von Patienten mit einem Mundhöhlenkarzinom auf wissenschaftlich gesichertem, hohem Niveau und flächendeckend in der breiten Bevölkerung umgesetzt wird. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Dr. Markus Follmann MPH, MSc

Office des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, DKG und DKH
Berlin

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)Visitenkarte

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)Visitenkarte

Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V. (DGN)Visitenkarte

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.Visitenkarte

Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege in der DKG (KOK)

Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der DKG, ASORS

Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der DKG, PSO

Abteilung Experimentelle Krebsforschung der DKG (AEK)

Arbeitskreis Tumorschmerz der der Deutschen Schmerzgesellschaft

Arbeitsgemeinschaft Kopf-Halsdiagnostik der DRG

Bundeszahnärztekammer, BZÄK

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, KZBV

Michael Ley (Patientenvertretung)

Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)

Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V

Arbeitsgemeinschaft Kieferchirurgie der DGZMK

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT)

interdisziplinärer Arbeitskreis Mund- und Gesichtsschmerz der DGSS

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)

Arbeitskreis Wissenschaft der DGMKG (AKWi)

Deutsch - Österreichisch - Schweizerischer Arbeitskreis für Tumoren im Kiefer- und Gesichtsbereich (DÖSAK)

Leitliniensekretariat:

Frau Liegsalz

Tel.: +49 89 4140 2921

Fax.: +49 89 4140 4993

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Koordination:

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Klaus-Dietrich Wolff

Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
Ismaninger Str. 22
81975 München

Adressaten:

Die Empfehlungen der Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms“ richten sich vorrangig an alle diejenigen, welche in der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mundhöhlenkarzinoms im ambulanten und stationären Sektor tätig sind. Die Adressaten sind somit hauptsächlich Ärztinnen und Ärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Strahlentherapie, Onkologie, Allgemeinmedizin, aber besonders auch Zahnärztinnen und Zahnärzte und Fachzahnärzte für Oralchirurgie. 

Versorgungssektor:

Der Anwendungsbereich der Leitlinie umfasst den ambulanten und stationären Versorgungssektor und die Rehabilitation.

Patientenzielgruppe:

Alle PatientInnen mit einem Mundhöhlenkarzinom

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Die Erarbeitung der Leitlinien soll primär durch eine systematische Literaturrecherche erfolgen, die sich auf alle Themenbereiche zur Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms beziehen soll. Ein weiterer wesentlicher Pfeiler ist die Sichtung, Prüfung und ggf. Aufarbeitung von bereits existierenden internationalen Leitlinien, wobei ausdrücklich auch lediglich Teilbereiche der zu bearbeitenden Thematik Berücksichtigung finden sollen. Sofern Leitlinien mit gesicherter Evidenz gefunden werden, soll ihre Adaptation geprüft und ggf. nach zusätzlicher gezielter Aufarbeitung noch offener oder nicht ausreichend geklärter Detailfragen umgesetzt werden. Es ist zu erwarten, dass der sich aktuell im update-Verfahren befindlichen SIGN 90 Leitlinie der Vorzug als Quell-Leitlinie gegeben wird. Durch die Arbeit des Expertengremiums sollen Fragen, die primär nicht konsenspflichtig sind, definiert werden, um eine Fokussierung auf therapeutisch entscheidende Fragestellungen zu erleichtern. Für die Literaturrecherche sollen für medizinische Fragestellungen bewährte und definierte Datenbanken genutzt werden. Es erfolgt ein Screening der Literatur nach definierten Ein- und Ausschlusskriterien. Die professionelle Recherche des Updates soll durch einen externen Projektpartner mit profunden Kenntnissen in der Literaturrecherche und Evidenzaufarbeitung wissenschaftlicher Literatur erfolgen. Dieser Partner soll zu den konsentierten Schlüsselfragen eine Primärrecherche mit Bewertung und Analyse der Studien vornehmen. Die Bewertung der Evidenz der gefundenen Literatur wird nach vorgegebenen standardisierten Bewertungsformularen und Evidenzschemata, z. B. dem Oxford-Schema, vorgenommen. Für die Konsentierung der Empfehlungen werden formale Konsensmethoden (siehe AWMF-Regelwerk) unter unabhängiger Moderation angewendet. Hierzu wird eine strukturierte Konsenskonferenz mit der Gesamtgruppe durchgeführt, die ggf. durch vorherige Kleingruppenarbeit im Sinne eines Nominalen Gruppenprozesses vorbereitet wird.  

Die Leitlinie wird vor ihrer Veröffentlichung durch externe Experten begutachtet werden, die sich nach den Prinzipien des peer review Verfahrens richten und sowohl die Methodik als auch die Ergebnisse des Leitlinienverfahrens zum Inhalt haben. Die Leitlinie wird nach Konsentierung für 2 Monate im Internet veröffentlicht, um nach qualifizierter Kommentierung ggf. offensichtlich erforderliche Verbesserungen umsetzen zu können. Es wird nachvollziehbar dargelegt werden, auf welchem Wege die getroffenen Entscheidungen zustande gekommen sind. So werden auch die Protokolle der Konsensuskonferenzen mit Liste der Anwesenden sowie der Abstimmungs- und Beschlussergebnisse der einzelnen Sitzungen vorgelegt werden.  

Die Verabschiedung und Graduierung von Empfehlungen soll im Rahmen eines formalen Konsensusverfahrens erfolgen.  Es wird dabei die Technik des nominalen Gruppenprozesses und der formalen Konsensuskonferenz verwendet. Ergänzend können formalisierte schriftliche Abstimmungsverfahren eingesetzt werden, z.B. die Delphi-Technik. An diesen Prozessen nehmen die benannten Vertreter aller an der Erstellung beteiligten Organisationen teil. 

Ergänzende Informationen:

Externer Kooperationspartner, Verbindungsperson zur S3-Leitlinie Larynxkarzinom: Prof. Bootz, Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie

Förderung durch das Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, DKG und DKH (www.leitlinienprogramm-onkologie.de)