Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 002 - 045
Klassifikation S2k

Arbeiten unter klimatischen Belastungen

Anmeldedatum:

01.09.2017

Geplante Fertigstellung:

31.08.2019

Gründe für die Themenwahl:

Arbeiten unter klimatischen Belastungen können eine ausgeglichene Wärmebilanz des menschlichen Körpers gefährden und damit zu gesundheitlichen Risiken führen. Kälte kann u.a. lokal begrenzte Erfrierungen oder pathologische Unterkühlung des Gesamtkörpers (Hypothermie) hervorrufen. Hitze kann u.a. zur Hitzeerschöpfung durch Flüssigkeitsverminderung und Elektrolytverlust, zum Hitzekollaps (generalisierte Gefäßerweiterung mit Schwindel und Schwäche) oder zum Hitzschlag (ZNS-Schädigung durch Hirnödem) führen. Die genannten Effekte treten insbesondere bei Arbeiten unter extremer und/oder langandauernden Hitze- und Kälteeinwirkungen sowie ggfs. zusätzlich auftretende Belastungen durch das Tragen persönlicher Schutzausrüstung auf.
Für derartige Arbeiten ist betroffenen Beschäftigten nach ArbMedVV eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten. Es existiert derzeit bereits eine arbeitsmedizinische Regel für die Belastungsart Hitzearbeit (AMR 13.1), in der die belastenden Tätigkeiten näher beschrieben sind. Darüber hinaus existieren DGUV Grundsätze zu „Hitzearbeiten“ (G 30) und „Kältearbeiten“ (G 21) für arbeitsmedizinische Untersuchungen, die derzeit überarbeitet werden, diverse Normen sowie die dieser Leitlinie vorausgegangenen S1-Leitlinien „Arbeit unter klimatischer Belastung: Hitze“ (002-039), „Arbeit unter klimatischer Belastung: Kälte“ (002-041) und „Arbeit unter klimatischer Belastung: Isolierende Schutzbekleidung als Sonderfall einer Hitzebelastung“ (002-040). Die vorliegend geplante neue Leitlinie „Arbeiten unter klimatischen Belastungen“ ersetzt die o.g. Leitlinien. Inhalte werden aktualisiert, gebündelt und die neue Leitlinie auf ein S2k Niveau angehoben.  

Zielorientierung der Leitlinie:

Das Ziel dieser Leitlinie ist die bessere Information von Arbeits-/Betriebsmedizinern und Fachkräften für Arbeitssicherheit über

  • den Zusammenhang von Arbeitsbedingungen (Klima) und gesundheitlichen Wirkungen (Symptome/Erkrankungen) 
  • Referenzdaten, Modelle und Methoden zur Bewertung von Klimaeinwirkungen 
  • Gestaltungse mpfehlungen bei Arbeiten unter klimatischen Belastungen (Hitze, Kälte und Schutzkleidung) im Sinne von verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen. Darüber hinaus soll in der Leitlinie eine Empfehlung für die Ausgestaltung der arbeitsmedizinischen Vorsorge bei arbeitsbedingter Hitze- oder Kältebelastung gegeben werden. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Prof. Dr.-Ing. André Klußmann

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA)

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Monika A. Rieger

Leitlinienbeauftragte im DGAUM-Vorstand

Koordination:

Prof. Dr.-Ing. André Klußmann

Bergische Universität Wuppertal
Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik
Fachgebiet Human Engineering
Gaußstrasse 20
42119 Wuppertal

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Adressaten:

  • Arbeits-/Betriebsmediziner 
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Versorgungssektor:

Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung von Firmen mit Tätigkeiten mit klimatischen Belastungen, Ambulante Versorgung mit Bezug zum Betrieb

Patientenzielgruppe:

Beschäftigte

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

  1. Systematische Literaturrecherche wissenschaftlicher Veröffentlichungen (z.B. PubMed, Google Scholar) sowie internationaler Empfehlungen zur Arbeitsgestaltung und arbeitsmedizinischen Vorsorge
  2. Erstellung eines Textentwurfs und Entwicklung von Empfehlungen
  3. Konsensuskonferenzen zur Konsentierung und Abstimmung über die Empfehlungen 

Ergänzende Informationen:

Die Fachgesellschaften „Deutsche Physiologische Gesellschaft e.V.“ und der „Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e.V. (VDSI)“ werden zur Beteiligung angefragt