Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 002 - 026
Klassifikation S2k

Arbeitsplatzbezogener Inhalationstest (AIT)

Anmeldedatum:

22.08.2016

Geplante Fertigstellung:

31.08.2018

Gründe für die Themenwahl:

Die Klärung der Ursache arbeitsplatzbezogener Atemwegs­beschwerden ist erforderlich, um Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz einzuleiten, die Notwendigkeit eines Arbeitsplatz- oder sogar Berufswechsels zu verdeutlichen oder die Anerkennung einer Berufskrankheit zu begründen. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland ca. 3.200 Verdachtsanzeigen für das Vorliegen einer berufsbedingten obstruktiven Atemwegserkrankung gestellt, ca. 850 Berufskrankheiten der Nr. 4301 und 4302 wurden bestätigt (DGUV, 2016). Der arbeitsplatzbezogene Inhalationstest (AIT) ist in der Diagnostik arbeitsplatzbezogener Atemwegsbeschwerden und insbesondere dieser Berufskrankheiten von wesentlicher Bedeutung, sofern die Arbeitsanamnese sowie allergologische und pneumo­logische Befunde für eine eindeutige Diagnosestellung nicht ausreichen. Auf Grundlage der zu aktualisierenden Leitlinie „Arbeitsplatzbezogener Inhalationstest (AIT)“ von 2005 können im Rahmen des AIT Arbeitsplatzsimulationen mit auf die Atemwege potentiell allergen oder chemisch-irritativ wirkenden nativen Arbeitsstoffen oder auch kommerziellen Allergenlösungen durch­geführt werden. 2014 wurde ein europäisches Konsensuspapier einer Task Force der European Respiratory Societiy (ERS) zu der Durchführung des AIT veröffentlicht (Vandenplas et al. 2014). Aufgrund der unveränderten Relevanz des AIT für die Diagnostik arbeitsplatzbezogener Atemwegsbeschwerden ist somit die Leitlinie von 2005 zu aktualisieren.

Zielorientierung der Leitlinie:

Mit der Leitlinie sollen für den Arbeitsmediziner, Pneumologen und Allergologen handlungsorientierte Grundlagen für die Diagnostik arbeitsplatzbezogener Atemwegsbeschwerden mittels AIT gelegt werden. Diese sollen der Beantwortung folgender Fragen dienen: In welchen Fällen ist die Anamnese durch einen AIT zu überprüfen? In welchen Fällen ist die klin. Relevanz einer Sensibilisierung durch einen AIT zu überprüfen? In welchem Fall muss die berufliche Verursachung der Erkrankung durch eine AIT gesichert werden? Wie ist der Handlungsablauf und das Procedere eines AIT? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um einen AIT durchführen zu können? 

Anmelder bei der AWMF (Person):

PD Dr. med. Alexandra M. Preisser, Dr. med. Cordula Bittner

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Deutsche Atemwegsliga

Leitliniensekretariat:

Prof. Dr. med. Monika A. Rieger

Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung
Universitätsklinikum Tübingen

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Koordination:

PD. Dr. med. Alexandra M. Preisser

 

Dr. Cordula Bittner

Adressaten:

Klinisch tätige Ärzte, (Pneumologen, Allergologen) die mit der Diagnostik oder Begutachtung von Atemwegserkrankungen beschäftigt sind und die medizinische und technische Möglichkeit zur Durchführung des AIT unter Gewährleistung der Notfallversorgung haben. Patienten, für die ein AIT vorgesehen ist. 

Versorgungssektor:

Ambulante Versorgung mit Bezug zum Betrieb

Diagnostik

Patientenzielgruppe:

Patienten mit arbeitsplatzbezogenen Atemwegsbeschwerden und mit Exposition gegenüber auf die Atemwege potentiell allergen bzw. chemisch-irritativ/toxisch wirkenden Berufsstoffen.

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Recherche und Bewertung bereits vorhandener internationaler Leitlinien und Empfehlungen, Recherche und Bewertung von Primärliteratur. Es soll ein nominaler Gruppenprozess erfolgen. Jede Empfehlung, deren Ziele die Lösung noch offener Entscheidungs­probleme, eine abschließende Bewertung der Empfehlungen und die Messung der Konsensstärke sind, wird im Rahmen einer strukturierten Konsensfindung unter neutraler Moderation diskutiert und abgestimmt.