Leitlinien-Detailansicht

Angemeldetes Leitlinienvorhaben

Registernummer 001 - 021
Klassifikation S3

Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz

Anmeldedatum:

29.12.2012

Geplante Fertigstellung:

28.12.2017

Gründe für die Themenwahl:

Die maschinelle Beatmung mittels positiver Beatmungsdrücke stellt einen wesentlichen Bestandteil moderner Intensivmedizin dar. Bei akutem respiratorischen Versagen unterschiedlicher Ätiologie sind eine maschinelle Beatmung und ggf. bei schwerem Lungenversagen auch der Einsatz extrakorporaler Verfahren zu Sicherung des pulmonalen Gasaustauschs erforderlich. Eine maschinelle Beatmung ist allerdings auch mit einer Vielzahl von Komplikationen vergesellschaftet. Neben den direkten Folgen der Überdruckbeatmung auf die Lunge und anderer Organe, z.B. durch Abnahme der Organperfusion, konnten Untersuchungen weitere Nachteile wie die Unterhaltung einer systematischen inflammatorischer Reaktion (Ventilator induced injury) und die Reduktion der Schlafqualität nachweisen. Lungenprotektive Beatmungskonzepte können dazu beitragen, beatmungsassoziierte Lungenschäden zu begrenzen. Patienten, bei denen mit einer herkömmlichen Beatmung kein ausreichender Gasaustausch gewährleistet werden kann, profitieren möglicherweise vom Einsatz extrakorporaler Systeme. Ziel dieser Leitlinie ist es, Empfehlungen auf der Basis des derzeitigen Erkenntnisstands herauszuarbeiten und Grenzen der konventionellen Beatmung zu definieren. 

Zielorientierung der Leitlinie:

Auf der Grundlage evidenzbasierter Medizin sollen Empfehlungen zur Beatmungstherapie und zum Einsatz extrakorporaler Lungenersatzverfahren bei der akuten respiratorischen Insuffizienz gegeben werden. - Individuelle Indikation, Wahl des Beatmungsmodus und der Beatmungseinstellungen in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Erkrankung - Stellenwert und Indikation assistierender Beatmungsverfahren - Empfehlungen für den Einsatz moderner Beatmungsmodi Großangelegte randomisierte klinische Studien konnten zeigen, dass eine lungenprotektive Beatmung mit einer signifikanten Reduktion der Letalität vergesellschaftet ist. Gleichzeitig scheint die Etablierung moderner Beatmungskonzepte im klinischen Alltag nur langsam voranzuschreiten. Es wird erwartet, dass eine Leitlinie dazu beitragen kann, moderne Beatmungskonzepte im klinischen Alltag fest zu etablieren. 

Anmelder bei der AWMF (Person):

Frau Gabriele Rossow

Abteilung Anästhesiologie, Universitätsmedizin,
Georg-August-Universität Göttingen
Robert-Koch-Str. 40
37099 Göttingen

Anmeldende Fachgesellschaft(en):

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)Visitenkarte

Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN)Visitenkarte

Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e.V. (GNPI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH)Visitenkarte

Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. (DGNC)Visitenkarte

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)Visitenkarte

Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:

Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI)

Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI)

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V., DGF

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)

Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e.V., DGfK

Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.

Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO)

Leitliniensekretariat:

Dr. med. Falk Fichtner

Interdiszplinäre Operative Intensivstation (IOI)
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Universtitätsklinikum Leipzig AöR
Liebigstraße 20
04103 Leipzig

Tel.: 0341/97-17594 /-17704

e-Mail senden

Koordination:

Prof. Dr. med. U. X. Kaisers

Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Universtitätsklinikum Leipzig AöR
Liebigstraße 20
04103 Leipzig

Tel.: 0341/9717700

Adressaten:

Berufsgruppen, die Patienten mit akuter respiratorischer Insuffizienz betreuen: Intensivmediziner, Pneumologen, Anästhesisten, Internisten, Kardiologen, Chirurgen, Neurologen, Pädiater, Geriater, Palliativmediziner, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Atmungstherapeuten

Versorgungssektor:

Bereich der Intensivmedizin, aber auch der Intermediate Care-Station, spezialisierte Normalstation und die Notfallaufnahme

Patientenzielgruppe:

Patienten mit akuter oder akut exazerbierter chronischer respiratorischer Insuffizienz

Methodik (Art der Konsensfindung / evidence-Basierung):

Formales interdisziplinäres Verfahren der Konsensusfindung (Normierter Gruppenprozess). Systematische Recherche von Leitliniendatenbanken, Cochrane Library und PubMed,formale Begutachtung der Literatur nach Kriterien der evidence based medicine (Oxford)

Ergänzende Informationen:

ECMO