AWMF-Regelwerk Leitlinien: Zielorientierung der Leitlinie

Leitlinien sollen kein Lehrbuch ersetzen. Ihr Einsatz kann auf den Gesundheitszustand bestimmter Patientengruppen oder größerer Teile der Bevölkerung Einfluss nehmen. Daher sollten die Ziele einer Leitlinie präzise benannt werden vor dem Hintergrund, wer und was mit der Verbreitung und Umsetzung der Leitlinien erreicht werden soll. Ausgangspunkt ist die Begründung für die Auswahl des Leitlinienthemas. Die Orientierung an klar formulierten Zielen erleichtert die Eingrenzung von Themen und die Formulierung von klinisch relevanten Fragestellungen, die in der Leitlinie behandelt werden sollen. Sie soll auch die Evaluation des Leitlinieneinflusses auf die Versorgung und Nutzung der Leitlinie als Instrument des Qualitätsmanagements unterstützen. In diesem Sinne ist es sinnvoll, möglichst spezifische Ziele zu formulieren, deren Erreichung überprüft werden kann (s. Vorbereitung der Evaluierung)

AWMF-Regel für das Leitlinienregister:

Keine

Bezug zum DELBI-Instrument:

Domäne 1: Geltungsbereich und Zweck

Kriterium 1: Darlegung der Ziele der Leitlinie

Hilfen und Tipps:

Beispiel für die Formulierung eines lediglich allgemeinen Zieles:

Verbreitung evidenzbasierter Empfehlungen, mit deren Hilfe man Entscheidungen in der medizinischen Versorgung auf eine rationalere Basis stellen kann. Auf diesem Weg sollen die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der Versorgung verbessert und die Stellung der Patienten gestärkt werden.

Beispiel für die Formulierung eines spezifischen Zieles:

Verringerung der Rate vaskulärer Sekundärkomplikationen bei Patienten nach akutem ischämischem Insult.

Weiterführende Literatur:

DELBI – aktuelle Fassung unter www.delbi.de (Domäne 1: Geltungsbereich und Zweck).

AGREE II – aktuelle Fassung unter www.agreetrust.org (Domain 1. Scope and Purpose).

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