Projekt "Leistungsevaluation in der medizinischen Lehre"

Die Leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) orientiert sich an den meisten medizinischen Fakultäten in Deutschland vorwiegend oder sogar ausschließlich an Indikatoren der Forschungsleistung. Diese sind seit Jahren Gegenstand intensiver und auch kontroverser Diskussionen. Hierzu hat sich die AWMF bereits in der Vergangenheit ausführlich geäußert und wird dies auch zukünftig tun. Im Gegensatz zur LOM/Forschung spielt die LOM für Leistungen in der Lehre (LOM/Lehre) im Durchschnitt eine nachgeordnete Rolle. Dies führt zu einer Imbalance in den Anreizen für qualitative hochwertige Forschung und Lehre, die die Lehrleistungen strukturell benachteiligt. Die Ursachen hierfür sind multifaktoriell.

Ein wesentlicher Faktor ist das Fehlen geeigneter und anerkannter Indikatoren für die Bewertung der Lehrleistung. Weder rein subjektive studentische Evaluationen noch Bestehensquoten im Staatsexamen stellen  isoliert betrachtet hinreichend valide bzw. umfassende Indikatoren der Lehrleistungen einzelner Fachabteilungen oder ganzer Studienabschnitte dar.

Sowohl zu diesen als auch zu einer Vielzahl anderer Indikatoren existieren Erfahrungen, die teilweise auch publiziert wurden. Bisher wurden diese Erfahrungen aber nicht systematisch ausgewertet und zur Konsensbildung über allgemein akzeptierte Methoden der Leistungsevaluation in der Lehre und deren Umsetzung in einen anerkannten LOM-fähigen Algorithmus genutzt.

Die AWMF hat daher gemeinsam mit dem Medizinischen Fakultätentag eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die derzeit auf der Basis einer Erhebung des Istzustands an den medizinischen Fakultäten und systematischer Literaturrecherchen eine Handreichung für eine adäquate Erfassung und Anerkennung der Lehrleistung erarbeitet.

 

Kontaktdaten:

Projektleitung: AWMF-Kommission für Leistungsevaluation in Forschung und Lehre;

Sprecher: Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen (Göttingen); E-Mail: cherrma(at)gwdg.de