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    Arbeitsgemeinschaft der
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Medizinischen
Fachgesellschaften

Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF
Working Group 'Hospital & Practice Hygiene' of AWMF

Leitlinien zur Hygiene in Klinik und Praxis


 AWMF-Leitlinien-Register  Nr. 029/018   Entwicklungsstufe:   1 + IDA   wird kontinuierlich aktualisiert 

Gewinnung, Lagerung und Transport von Proben zur mikrobiologischen Infektionsdiagnostik

    Die fachgerechte mikrobiologische Diagnostik von Infektionen und Infektionskrankheiten ist nicht nur die Grundlage für eine zielgerichtete individuelle Therapie sondern auch die Basis für die Infektionsüberwachung und -statistik. Sie ist ein unverzichtbares Instrument für die Prävention von Krankenhausinfektionen und ermöglicht gezielte Maßnahmen zur Unterbrechung von Infektionsketten. Die Qualität und Aussagekraft der Ergebnisse mikrobiologischer Untersuchungen werden maßgeblich durch die Art und den Zeitpunkt der Probengewinnung sowie durch die Lagerung und den Transport der Proben, aber auch durch die Informationsübermittlung wesentlicher Patientendaten mitbestimmt. Fehler bei Abnahme und Transport beeinträchtigen die Validität des mikrobiologischen Befundes. Daher müssen alle Personen, die an der mikrobiologischen Infektionsdiagnostik in Klinik und Praxis beteiligt sind, entsprechend informiert und geschult sein. Unabdingbar ist auch die Einhaltung der externen und internen qualitätssichernden Maßnahmen durch das mikrobiologische Labor. Maßnahmen des Personalschutzes sind zu berücksichtigen.

    Index:

    1. Blut

    2. Material aus Wunden und infektiösen Prozessen
    3. Urin siehe Leitlinie 029/007 Harndrainage
    4. Sputum oder Bronchialsekret
    5. Rachenabstrich
    6. Nasenabstrich
    7. Stuhl
    8. Gefäßkatheterspitzen
    9. Liquor
    10. Anforderungen an den Probenversand


  1. Blut
  2. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  3. Material aus Wunden und infektiösen Prozessen
  4. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  5. Sputum oder Bronchialsekret
  6. Indikationen

    Materialgewinnung

    1. Sputum
    2. Material

      Vorgehensweise

    3. Bronchialsekret
    4. Material

      Vorgehensweise

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  7. Rachenabstrich
  8. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  9. Nasenabstrich
  10. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  11. Stuhl
  12. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  13. Gefäßkatheterspitzen
  14. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  15. Liquor
  16. Indikationen

    Material

    Vorgehensweise

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  17. Anforderungen an den Probenversand
  18. Beschriftung von Proben, Ausfüllen der Begleitscheine

    Die Beschriftung erfolgt vorrangig mit gedruckten Etiketten, schriftliche Angaben sind in Druckschrift anzufertigen. Name und Unterschrift des einsendenen Arztes müssen lesbar sein, um Rückfragen zu ermöglichen.

    Probenbehälter sind vor Abnahme mit einem gedruckten Aufkleber zu versehen, der zumindest den Vor- und Nachnamen sowie das Geburtsdatum des Patienten enthält. Weiter ist die Probennummer, die auf dem Begleitschein eingedruckt ist, zu vermerken.

    Begleitscheine enthalten möglichst den gesamten Patientendatensatz (z.B. Adressaufkleber), zumindest aber den Patientennamen (Vor- und Nachnamen), Geburtsdatum und Aufnahmenummer (Barcode) bei der Bearbeitung durch ein hausinternes Labor.

    Datum und Uhrzeit sowie die genaue Lokalisation dieser speziellen Entnahme sind zu vermerken, damit Befunde zugeordnet werden können. Hierzu sollten die Begleitscheine fortlaufend nummeriert und diese Nummern auf die Probenbehälter übertragen werden.

    Für den Versand von ansteckungsgefährlichem Probenmaterial von Patienten mit oder mit Verdacht auf gefährliche Infektionserkrankungen (z.B. VHF, SARS) sind als Diagnostische Proben der UN-Nr. 3373 zu klassifizieren und nach Maßgabe der UN-Verpackungsanweisung P650 zu verpacken (1. Probengefäß [z.B. Monovette]; 2. Schutzgefäß [flüssigkeitsdicht verschraubtes Kunststoffröhrchen mit saugfähigem Material]; 3. Einem möglichst gefütterten Umschlag aus reißfestem Material oder einer entsprechenden kistenförmigen Verpackung = Umverpackung). Für den Transport kommen für Gefahrgüter der Klasse 6.2 (ansteckungsgefährliche Stoffe) zugelassene private Transportdienste in Frage. Die Einhaltung der Verpackungsanweisung P650 befreit von allen übrigen Vorschriften des ADR hinsichtlich der Beförderung ansteckungsgefährlicher Stoffe.

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Literatur:

  1. Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (1999): Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen. Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle (Robert Koch-Institut Hrsg.) Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 42: 806-809
  2. Gatermann S, Podschun R, Schmidt H, Wittke J-W, Naber K, Sietzen W, Straube E (1997): Harnwegsinfektionen - Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik. Fischer Verlag Stuttgart-Jena-Lübeck-Ulm
  3. Christiansen B (1993): Differenzierte Empfehlungen beachten. Krankenhaus Arzt 66: Heft 12, 618-619
  4. Bernhardt Nocht-Institut (2003): Mikrobiologische Zentraldiagnostik. www.bni-hamburg.de

Verfahren zur Konsensbildung:

Interdisziplinärer Experten-Konsens im
Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF
Sekretariat:
Bernd Gruber
Vereinig. d. Hygiene-Fachkräfte e.V.
Marienhospital, Osnabrück
e-mail: Gruber

Ersterstellung:

Letzte Überarbeitung:

01/2014

Nächste Überprüfung geplant:

Wird zeitnah nach Bedarf aktualisiert


Textfassung vom: 01/2014
© Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF
Autorisiert für elektronische Publikation: AWMF online
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